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24.06.2013   News
Bürokratendeutsch a.D.
 
Sprachleitfaden der Bundesagentur für Arbeit
„Weg mit dem Amtsdeutsch. Wir reden Klartext“, heißt es in einem Werbe-Clip der Bundesagentur für Arbeit (BA). Künftig soll es „klar – persönlich – partnerschaftlich – zeitgemäß“ klingen, wenn einer ihrer Mitarbeiter mit einem „Kunden“ spricht. Oder einen Brief schreibt: Eine halbe Million Schreiben verfassen die mehr als 100.000 Mitarbeiter der BA an jedem Arbeitstag.
„So kundennah wie möglich kommunizieren und dabei gleichzeitig die gesetzlichen Regelungen beachten“, beschreibt Pressesprecher Paul Ebsen die Herausforderung, vor der die BA sich sieht. Eine „althergebrachte Sprache“ passe nicht mehr zum modernen Dienstleister-Image, um das sich die BA bemüht.

Deshalb hat die BA ihren Mitarbeitern einen 21-seitigen „Sprachleitfaden“ an die Hand gegeben. Darin geht es vor allem um einen „verständlichen Sprachstil“, der das Amtsdeutsch ablösen soll. Dieser Leitfaden fordert vor allem eine „klare Sprache“: Weitschweifige Erklärungen, missverständliche Formulierungen, Fremdwörter und Fachbegriffe sollen – wenn entbehrlich – verschwinden. Statt „Aufhebung“ soll es zum Beispiel künftig lieber „aufheben“ heißen. Und aus „einer Prüfung unterziehen“ könnte doch einfach „prüfen“ werden. Praktisch: Diese Änderungen pflegt die Zentrale in Textbausteine ein, bei denen sich die Mitarbeiter vor Ort täglich bedienen.

Ziel der BA ist es, die Akzeptanz der Arbeit der Jobcenter zu erhöhen und die Zahl der Widersprüche zu reduzieren, wie Ebsen erläutert: „Wir gehen davon aus, dass einige unsere Bescheide nicht verstehen und deshalb widersprechen.“

Am 1. August will die BA die nächste Stufe ihrer Schreib-Reform zünden: Der neue Hartz-IV-Antrag kommt mit weniger Text, in hellgrüner Farbe und mit vereinfachten Angaben zum Ankreuzen daher. Klar ist den Leitfaden-Autoren aber: „Ein ablehnender Bescheid wird in der Regel keine Freude auslösen – egal, wie kundenorientiert er geschrieben ist.“
 

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