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News / Problematische Ämterhäufung
09.09.2009   News
Problematische Ämterhäufung
 

Spucken hat etwas Befreiendes. Der Raucher entledigt sich dadurch seines schleimigen Auswurfs. Der Fahrradfahrer rotzt auf ein verbotenerweise auf dem Radweg parkendes Auto und macht damit seinem Ärger Luft.

Nichts fürs Auge, aber sei’s drum: Weder Waschbecken noch Auto leiden.
Im Fußball hat das Spucken auf den Rasen eine lange Tradition. Das Abfeuern von Speichel gehört zu diesem Sport, der sich so von vermeintlich kultivierten Leibesübungen wie Golf oder Tennis abgrenzt. Es ist allerdings schon vorgekommen, dass Spucken als Ersatz für ein absichtliches Foul gedient hat. Man denke etwa an die WM 1990, als Hollands Frank Rijkaard Rudi Völler ins Visier nahm. Hat Tante Käthe Rijkaard provoziert?
„Was nun passiert ist, muss er selbst verantworten. Er hat sich ungeschickt verhalten und die Fans auf die Palme gebracht.“ Das Statement stammt von Felix Magath. Der von ihm suspendierte und in die Reserve von Schalke 04 beorderte Profi Albert Streit war am Samstag von den eigenen Fans bespuckt worden. Die Ergänzung Magaths in der „Welt“: „Einen Spieler zu bespucken ist natürlich nicht in Ordnung“ klingt etwas halbherzig, ein klares Bekenntnis sieht anders aus.
Einen Menschen zu bespucken ist herabwürdigend.
Bei Magath kommt erschwerend hinzu, dass selten klar ist, in welcher Funktion er sich jeweils äußert. Was ist in diesem Fall seine Botschaft? Wenn er als Trainer spricht, mag man ihm Ärger über einen Spieler unterstellen, der seiner Meinung nach nicht genügend Einsatzwillen zeigt. Spricht er als Manager, muss man vermuten, er wolle den (teuren) Spieler loswerden. Als Kommunikationsverantwortlicher, als der er bei Schalke zusätzlich agiert, hat er schlichtweg einen Riesenfehler begangen. (fo)

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