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News / Manager wollen mehr Respekt als Managerinnen
Eine werteorientierte Unternehmenskultur wirkt sich intern und extern aus.
30.05.2013   News
Manager wollen mehr Respekt als Managerinnen
 
Werte werden für eine nachhaltige Unternehmens- und Personalführung immer wichtiger, sagen Deutschlands Führungskräfte. Wer das Arbeitsklima, die Motivation und die Beziehungen nach Außen verbessern will, kommt um eine werteorientierte Unternehmenskultur nicht mehr herum. Dies hat die diesjährige Führungskräftebefragung des Vereins "Wertekommission - Initiative Werte Bewusste Führung" ergeben.

Werteorientiert zum Erfolg

Die befragten Führungskräfte stufen Werte in verschiedenen Bereichen als unterschiedlich erfolgsfördernd ein. So schätzen 71 Prozent die Wirkung bei der Mitarbeiterbindung als sehr hoch ein. 86 Prozent der jüngeren und 61 Prozent der älteren Führungskräfte betonen die Wirkung auf die Unternehmenskultur. Eine werteorientierte Unternehmenskultur wird als Erfolgsfaktor für diverse interne Unterfangen attestiert.

So sagen 93 Prozent der Befragten, dass Werte bei der Verbesserung des allgemeinen Betriebsklimas helfen. Drei Viertel sind überzeugt, dass durch eine werteorientierte Unternehmenskultur das Teambuilding und die Bekämpfung von Korruption gefördert werden können.

Auch extern gelten Werte als erfolgsversprechend: die Kundenbeziehung ist nach Einschätzung der Befragten am deutlichsten wertgetrieben, und 85 Prozent schätzen die Wirkung von Werten für die allgemeine Reputationspflege hoch bis sehr hoch ein. Auch Stakeholderbeziehungen seien hier nicht unterschätzen, schreiben die Autoren.

Fast die Hälfte der Befragten sieht eine Kausalverbindung zwischen der Werteorientierung eines Unternehmens und dessen Beziehung zu Stakeholdern. 36 Prozent sagen sogar, dass diese Gruppe Einfluss auf die Weiterentwicklung von Werten im Unternehmen nimmt.

Wertebegriffe im Ranking

Den Spitzenplatz der zentralen Wertbegriffe hat der Wert Vertrauen, gefolgt von Integrität, Verantwortung und Respekt. Nachhaltigkeit findet sich auf Platz 5, der sechste und letzte Platz geht an Mut. Bei der ersten Führungskräftebefragung im Jahre 2006 belegte Verantwortung die Pole Position, gefolgt von Vertrauen und Respekt. Vertrauen wurde laut Studienurheber im Zuge der Finanzkrise und deren Krisenbewältigung wichtiger, genau so, wie sich Verantwortung und Integrität in ihrer Bedeutung verschoben haben. Die Nachhaltigkeit hält sich über die Jahre hinweg stabil auf der selben Position.

Der Geschlechtervergleich

Erstmals wurden bei dieser Befragung die Angaben von weiblichen und männlichen Managern separat ausgewertet. Ergebnis: Frauen ordnen dem Wert "Respekt" keine besonders große Bedeutung zu. Auffällig ist, dass männliche Führungskräfte diesen Wert höher bewerten als Frauen. Zumindest betonen Männer mit 62 Prozent (sehr hohe Einschätzung) diesen Wert viel stärker als Frauen mit weniger als 50 Prozent.

Auch beim Wert Nachhaltigkeit zeigt sich ein signifikanter Unterschied: Im Geschlechtervergleich sehen nur 25 Prozent aller Frauen, aber 35 Prozent der Männer die Bedeutung des Wertes Nachhaltigkeit als sehr hoch an. Schließlich wird auch noch integres Verhalten von Männern zu etwa zehn Prozent häufiger eingefordert. Diese "überraschenden Erkenntnisse" ließen die Vermutung zu, dass Frauen sich bereits stark nach diesen Werten richten und entsprechend handeln und sie daher nicht mehr extra betonen, sagte Studienleiter Kai Hattendorf.

Über 200 Führungskräfte aller Altersgruppe und Unternehmensgrößen aus Deutschland haben an der Erhebung teilgenommen. Die komplette Auswertung ist online einsehbar.
 

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