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News / Politiker provozieren erneute Bauchlandung
Kein Boden unter den Füßen: Die Berufung eines BER-Kommunikationschefs scheiterte/Foto: Flughafen Berlin Brandenburg
28.05.2013   News
Politiker provozieren erneute Bauchlandung
 
BER Sucht Kommunikationschef
Das Pannenprojekt Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, bleibt eine Baustelle – auch in Sachen Kommunikation. Trotz der geplatzten Berufung eines Kommunikationsdirektors treibt der neue BER-Boss Hartmut Mehdorn die interne Neuaufstellung unbeirrt voran. Im Fokus: PR und Public Affairs.

Zu wenig konnte die Öffentlichkeitsarbeit in der Vergangenheit dem Abwärtssog des Meinungsklimas entgegensetzen. Jüngst entzog Mehdorn die PR dem Marketing, wo sie bisher angesiedelt war. Er unterstellte sie seiner Aufsicht – bis der neue Kommunikationschef gefunden ist, an den die Pressesprecher Ralf Kunkel und Lars Wagner berichten sollen.


Schrotthofer fällt durch
Vorgesehen für den Posten war Klaus Schrotthofer, einst Sprecher des Bundespräsidenten Johannes Rau und zuletzt Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Thüringen. Er sollte die Brücke bauen zwischen Geschäftsführung, Kommunikation und Politik. Der Aufsichtsrat allerdings lehnte ihn ab, zu teuer, hieß es. CDU-Leute ätzten, der Mann sei ein „Versorgungsfall“ der SPD. Ironischerweise unterstreicht gerade diese Abfuhr die Dringlichkeit von Mehdorns Vorstoß.

Schrotthofer geriet offenbar bei diesen parteipolitischen Machtspielchen und innerparteilichen Rivalitäten unter die Räder: Berlins Bürgermeister und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Wowereit polierte sein Image, indem er den Kandidaten seines Erben Matthias Platzeck durchfallen ließ. Zupass kam ihm, dass Schrotthofers Forderungen – 200.000 pro Jahr plus Tantiemen – in der Öffentlichkeit als überzogen erschienen. Zumal, da die Publikumspresse den Kommunikationsdirektor in spe als eine Art Doppelbesetzung des Pressesprechers darstellte. Tatsächlich ist das Salär allenfalls gutes Mittelfeld mit Blick auf vergleichbare Positionen in anderen Großunternehmen – vor allem angesichts der Lage.

Macht’s jetzt Uwe Berlinghoff?
Die Klatsche für Schrotthofer erschwert die Suche: Uwe Berlinghoff, PR-Chef bei Mehdorns früherer Wirkungsstätte Air Berlin, gilt als heißer Anwärter. Auf Nachfrage gibt er sich reserviert. „Die Kommunikation für einen Flughafen zu machen, speziell hier in Berlin mit den ganzen Herausforderungen auch durch die unterschiedlichen politischen Shareholder, ist für jeden PR-Profi eine spannende Aufgabe“, lässt er wissen. Noch spannender aber sei doch der Job bei Air Berlin.

Eine Absage freilich klingt anders. Aber für unter 200.000 dürfte auch Uwe Berlinghoff nicht zu locken sein. (mb)

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