Please wait...
News / "Nicht nur auf die Größe kommt es an"
Dirk Loesch, LHL Kommunikation, München
25.04.2013   News
"Nicht nur auf die Größe kommt es an"
 
Jahr ums Jahr scheiden sich die Geister an Gerhard Pfeffers Rangliste der PR-Agenturen, die in Deutschland am Markt sind: Fragmentierte Branche, mangelnde Vergleichbarkeit, methodische Fehler - vielen passt der Spitzenreiter nicht. Allein, eine Alternative ist weit und breit nicht in Sicht. Alle Versuche scheiterten.

Warum braucht die Branche ein Ranking? Inwiefern ist Pfeffers Ranking eine valide Vermessung der Branche - oder eben nicht? Führt es Kunden in die Irre - oder nimmt das Ranking Branchenneulinge an die Hand? Und wie sähe eine echte Alternative aus?, haben wir für unseren Rundruf gefragt.

"Gerade als inhabergeführte Agentur sind Honorar- und Pro-Kopf-Umsatz für uns lediglich zwei relevante Werte – und keineswegs die wichtigsten", sagt Dirk Loesch, Geschäftsführender Gesellschafter von Loesch Hund Liepold Kommunikation.


"Wir diskutieren Jahr für Jahr intensiv und haben uns letztlich doch immer gegen eine Teilnahme an Pfeffers Agenturranking entschieden. Und das nicht, weil wir an der Methode  oder den  von unseren Agenturkollegen bereitgestellten Informationen Zweifel hätten, sondern weil die Erhebung – notgedrungen – Aspekte nicht berücksichtigt, die gerade für eigentümergeführte, mittelständische Agenturen von sehr hoher Bedeutung sind.

Ohne Zweifel trägt Pfeffers Agentur-Ranking zu mehr Transparenz im PR-Agenturmarkt bei. Und die erhobenen Daten und Fakten sind sicher weitestgehend valide. Aber letztlich ist es doch eine sehr eindimensionale quantitative Darstellung, die extrem stark auf Wachstum und Größe abzielt; von der Aussagekraft des Pro-Kopf-Umsatzes sich in Angebot, Struktur, Inhaberschaft und Positionierung massiv unterscheidender PR-Agenturen ganz zu schweigen.

Hiermit dient es sicherlich eher als gern genutztes brancheninternes Benchmark-Instrument denn als Auswahlhilfe für agentursuchende Unternehmen. Diese Funktion wäre aber für uns das einzig schlagende Argument, doch an der Branchen-Nabelschau teilzunehmen.

Gerade als inhabergeführte Agentur sind Honorar- und Pro-Kopf-Umsatz für uns lediglich zwei relevante Werte – und keineswegs die wichtigsten. Beispielsweise sind für uns qualitative Faktoren wie die Dauer der Vertragsbeziehung zu unseren Kunden oder die Agenturzugehörigkeit unserer Mitarbeiter sehr viel wichtigere strategische Messgrößen als beispielsweise das jährliche Umsatzwachstum. Denn sie geben letztlich die Auskunft, die ein potenzieller Kunde will: Kann diese PR-Agentur dauerhaft ihre Kunden zufrieden stellen? Muss ich als Auftraggeber mit häufigen Teamwechseln und Know-how-Abfluss rechnen?

Klar ist: Auch für einen akribischen Zahlensammler und -analysten wie Gerhard Pfeffer dürfte es schwer werden, solche Parameter transparent abzubilden. So fällt unsere Entscheidung wohl auch im kommenden Jahr wieder gegen die Teilnahme am Ranking aus."

Magazin & Werkstatt