Please wait...
News / 150 Jahre Robert Bosch: Verantwortung unternehmen
27.03.2013   News
150 Jahre Robert Bosch: Verantwortung unternehmen
 
Projekt: Verantwortung unternehmen! Ein Projekt aus Anlass des 150. Geburtstags des Unternehmers und Stifters Robert Bosch
Aufgabe: Das gesellschaftliche Engagement von Mitbürgern am Beispiel von
150 Verantwortlichen stärker sichtbar machen
Kunde: Robert Bosch Stiftung
Agentur: Scholz & Friends Agenda, Berlin

Unsere Gesellschaft lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Das passiert jeden Tag zigtausendfach in Deutschland, wird aber viel zu wenig wahrgenommen. Die Robert Bosch Stiftung hat aus diesem Grund zum 150. Geburtstag von Robert Bosch ein Projekt ins Leben gerufen, das das gesellschaftliche Engagement am Beispiel von 150 aktiven Bürgern stärker sichtbar machen sollte. Die Aktion „Die Verantwortlichen“ setzte dabei auf die Verbreitung über die sozialen Netzwerke und sollte vor allem junge Menschen für gesellschaftliches Engagement begeistern.


Aufgabenstellung
Als Unternehmer hinterließ Robert Bosch ein global aktives Unternehmen, als Bürger und Stifter einen dauerhaften Auftrag: die Gesellschaft und das soziale Umfeld aktiv zu gestalten. „Verantwortung unternehmen!“ – so lautete entsprechend das Motto der Kampagne, mit der die Robert Bosch Stiftung 2011 den 150. Geburtstag von Robert Bosch feierte und das Thema Verantwortung auf die öffentliche Agenda setzte. Ziel der Kampagne war es, über die Person Robert Bosch und sein philanthropisches Handeln zu informieren und die Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland abzubilden und zu würdigen. Die breite Bevölkerung und insbesondere junge Menschen sollten auf diese Weise für das Thema Verantwortung begeistert werden.

Der Auswahlprozess: Wie seinerzeit Robert Bosch „unternehmen“ auch heute zahlreiche Menschen in Deutschland Verantwortung: Angetrieben werden sie von dem Wunsch, ihr Lebensumfeld zu verbessern. Sie schützen das Klima, stärken Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen oder setzen sich für mehr Toleranz in der Gesellschaft ein. Im Vorfeld der Aktion nominierte die Stiftung über 250 außergewöhnliche Persönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft, Gesundheit, Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur. Als Initiatoren, Gründer oder Stifter sind sie die treibende und sichtbare Kraft in den gemeinnützigen Projekten, die in Deutschland ihre Wirkung entfalten. 150 von ihnen wurden von einer hochkarätigen Jury – die aus Experten aus Wirtschaft, Medien, Verbänden und Forschung bestand – als finale Teilnehmer der Aktion „Die Verantwortlichen“ ausgewählt. Die Jury prüfte in erster Linie, inwieweit die Kriterien Gemeinwohl, persönliches Engagement, gesellschaftliche Relevanz und Vorbildfunktion zutreffen. Darüber hinaus achtete die Jury darauf, dass „Die Verantwortlichen“ in ihrer Gesamtheit die Vielfalt des aktuellen gesellschaftlichen Engagements in Deutschland widerspiegeln.


Umsetzung
Um die junge Zielgruppe anzusprechen, wurde die Arbeit der ausgewählten Verantwortlichen auf innovative Weise in Videos vorgestellt. Die 150 Gründer, Stifter und Initiatoren sozialer Projekte erhielten kleine HD-Kameras, die so genannten BoschCams. Mit diesen filmten sie sich und ihr Engagement. Die Filme, die so über einen Zeitraum von 150 Tagen entstanden sind, vermittelten authentisch, emotional und glaubwürdig den täglichen Einsatz dieser Menschen für die Gesellschaft.

Die Filme der „Verantwortlichen“ wurden dort platziert, wo sich die junge Zielgruppe aufhält: im Internet und in den sozialen Netzwerken. Zur Kampagne gehörten eine Jubiläumswebsite, ein eigener YouTube-Channel, ein Twitter-Kanal sowie eine Facebook-Fanpage. Insbesondere auf letzterer konnte sich die Zielgruppe mit den „Verantwortlichen“ über die Möglichkeiten des sozialen Engagements austauschen.

Ein Pressebüro sorgte im Kampagnenzeitraum für eine kontinuierliche Berichterstattung über die „Verantwortlichen“ und ihre Projekte. Mit über 460 Filmen stand zudem genügend Material zur Verfügung, um die Online-Plattformen redaktionell zu füttern.

Die Regionalkonferenzen: Aus dem Kreis der Verantwortlichen wurde sehr früh und wiederholt der Wunsch vorgetragen, dieses Projekt für einen Erfahrungsaustausch und eine Vernetzung mit den anderen Verantwortlichen zu nutzen. Zugleich stellte sich die Aufgabe, während des Projektzeitraumes immer wieder neue Anlässe zu schaffen, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Verantwortlichen zu lenken.

Aus diesen Überlegungen ist die Idee entstanden, die Verantwortlichen in drei Regionalkonferenzen in Hamburg, Berlin und Stuttgart zusammenzubringen. Bei diesen Konferenzen diskutierten die Verantwortlichen über relevante Themen der Zivilgesellschaft, Kooperationsmöglichkeiten und mögliche Synergien. Nach einem intensiven Austausch untereinander diskutierten die Teilnehmer mit prominenten Persönlichkeiten aus der Politik, beispielsweise in Hamburg mit dem Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Detlef Scheele, oder in Stuttgart mit der Staatssekretärin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in der Landesregierung Baden-Württemberg, Gisela Erler. Um die Konferenzen für die Teilnehmer und Beobachter attraktiv zu gestalten, wurden sie in Räumlichkeiten der Verantwortlichen durchgeführt.


Ergebnisse
Mit über 460 selbst gedrehten Videos haben die „Verantwortlichen“ einen tiefen Einblick in das Thema soziales Engagement gegeben. Die Beiträge auf YouTube wurden bis dato über 155.000 Mal angesehen. Auf Facebook und Twitter folgten dauerhaft über 1.600 Personen und Organisationen. Die Kampagnen-Website verzeichnete mehr als 30.500 Besucher sowie rund 111.000 Page Impressions.
Die Clips und Geschichten der Teilnehmer wurden zusätzlich in der Pressearbeit eingesetzt. Beiträge in überregionalen und regionalen Medien über die „Verantwortlichen“ – unter anderem eine ganze Seite in der „Bild“-Zeitung – erbrachten über 7.000.000 Kontakte.

Mit der Kampagne „Verantwortung unternehmen!“ hat die Robert Bosch Stiftung die Agenda zum Thema Verantwortung geprägt. Aus den „Verantwortlichen“ ist ein einzigartiges Netzwerk an sozial engagierten Menschen erwachsen, das erhalten und ausgebaut werden soll.

Zudem wurden langfristige Ziele der Robert Bosch Stiftung im Rahmen der Organisationskommunikation erreicht: Mit der Fanpage wurde der Einstieg der Stiftung auf Facebook geschafft. Bei Twitter konnte die Zahl der „Follower“ verzehnfacht werden.

Durch die einfache Bedienbarkeit der Flip-Cam und das unkomplizierte Bereitstellen der Filme im Internet gab es eine hohe Beteiligung der „Verantwortlichen“. Die Filme, die während der Kampagnendauer von 150 Tagen entstanden sind, waren qualitativ hochwertig und ansprechend.
So ist es gelungen, die Breite des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland – trotz eines begrenzten Budgets – authentisch abzubilden und insbesondere junge Menschen für bürgerschaftliches Engagement zu begeistern.

Der Autor
Stefan Schott ist seit Anfang 2011 Bereichsleiter Kommunikation der Robert Bosch Stiftung. Er verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung. Davor sprach er für das Münchner Ifo-Institut.

Magazin & Werkstatt