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News / „Mehr Geschäft als bei H+K“
Fürsprecher von inhabergeführten Netzwerken: IPREX-EMEA-Chef Michael T. Schröder/Foto: Orca Affairs
27.03.2013   News
„Mehr Geschäft als bei H+K“
 
Michael T. Schröder über Inhabergeführte Netzwerke

Orca-Affairs-Chef Michael Schröder ist seit Mitte März EMEA-Präsident von IPREX, einem Netzwerk inhabergeführter Agenturen. Im Interview grenzt Schröder, früher bei großen Netzwerk-Agenturen wie Euro RSCG und Hill + Knowlton unter Vertrag, das Modell gegen die großen Networks ab.

Was machen Sie als EMEA-Chef?
Michael T. Schröder: Große Regionen wie EMEA befinden sich ständig im Umbruch. Meine Aufgabe ist, das zu beobachten und ins Netzwerk zu tragen. Welche Länder werden als Märkte wichtig, wo verlaufen Waren- und Kommunikationsströme. Anders als große Netzwerke können wir flexibler auf solche Veränderungen reagieren, weil wir nicht zukaufen, sondern Partnerschaften schließen und im Falle gegenseitiger Unzufriedenheiten auflösen können.

Wieviele internationale Etats haben Sie?
Schröder: Wir sind seit vier Jahren Mitglied, und wir haben in dieser Zeit – am Standort Berlin – pro Jahr mehr Geschäft gemacht als ich es je bei Hill + Knowlton oder Euro RSCG erlebt habe.

Wie erklären Sie sich das?
Schröder: Bei den Networks sehe ich zwei Probleme, die ihre Effektivität mindern. Sie haben selten Transparenz, was das Gesamtbudget des internationalen Kunden anbelangt. Dieses Wissen wird meist in der Agentur gebunkert, wo der Kunde aufschlägt. Was Sie vor Ort bekommen, ist undurchsichtig. Zweitens: Sie haben selten direkten Kundenkontakt, es ist sehr dirigistisch organisiert.

Heißt: Der Kunde muss dafür in jedem Land einen Agenturkontakt führen.
Schröder: Der Steuerungsaufwand ist höher. Es verlangt dem Kunden eine größere Verantwortung ab, sich um die Kommunikation in seinem Land zu kümmern. Aber das macht Kommunikation auch zielgenauer und sicherer.

Eine zügige weltweite Abdeckung bekommen die Netzwerke besser auf die Beine.
Schröder: Wie viele Etats haben die großen Networks, die mehr als vier oder fünf Länder abdecken? Den großen Welt-Etat – nehmen Sie Coca-Cola – haben Sie auf PR-Seite selten, das gibt es eher bei Werbern oder Media-Agenturen. Aber natürlich ginge dies auch bei IPREX und vielleicht sogar schneller, weil wir weniger interne bürokratische Hürden zu überwinden haben.

Warum IPREX und nicht etwa PROI?
Schröder: Ich möchte da keine Präferenz äußern, sondern mich für inhabergeführte Netzwerke als Alternative zu den globalen Networks einsetzen. Netzwerke wie unsere spiegeln oft besser die Strukturen des Kunden und sind näher an den lokalen Märkten. Der Druck auf die großen Netzwerke, gestreamlinte Kommunikation anzubieten, ist meiner Erfahrung nach hoch, denn diese ist wirtschaftlicher – allerdings aus Sicht der großen Networks. Und: IPREX stellvertretend für die Networks inhabergeführter Agenturen unternehmen als Unternehmer Kommunikation und verwalten nicht nur bestimmte Images von Kommunikation.
 

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