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21.02.2013   News
Kontaktpflege 2.0
 
FachMessen Auf Fachmessen wie der dmexco oder der EuroBlech streiten sich viele Aussteller um die Gunst weniger Journalisten. Sind PR-Profis mit den Ergebnissen zufrieden? Von Oliver Hein-Behrens

Kein Zweifel, Fachmessen bedeuten in der Regel Stress. Da ist es egal, ob es sich um die digitale Marketing-Leitmesse dmexco oder die Fachmesse EuroBlech für die gesamte Fertigungskette der Blechbearbeitung handelt. Vanessa Berger, Head of Marketing des Ausstellers explido WebMarketing, bestätigt dies: „Über 570 Aussteller und 350 Redner buhlen während der dmexco um die Zeit und Aufmerksamkeit der anwesenden Journalisten. Das führt naturgemäß häufig zu eng getakteten Zeitplänen. Die Kommunikation rund um die dmexco geht deshalb weit über den eigentlichen Event hinaus: Vorberichterstattung, Vor-Ort-Präsenz und die Themen-Nachbereitung sind die drei Phasen, die wir für die PR entsprechend nutzen.“


Presseaktivitäten nehmen zu
Susanne Neuner, PR Director der Fachmesse EuroBlech, spürt als zusätzlichen Stressfaktor in diesem Jahr einen wesentlichen Anstieg von Presseaktivitäten durch Ausstellerfirmen. Sie hat beobachtet, dass die Firmen wieder mehr in ihre Marketingaktivitäten investiert haben. Im Fokus stünden dabei vor allem Pressemeldungen, Presseservices vor Ort und die Veranstaltung von Pressekonferenzen, berichtet sie. Die Nutzung von Pressefächern sei dagegen auf allen Fachmessen, die sie betreut, seit Jahren rückläufig.

Für Carsten Brandt, Pressesprecher des dmexco-Austellers freeXmedia steht deshalb eindeutig die Vertiefung der persönlichen Kontakte auf der Fachmesse im Vordergrund: „Über das Jahr folgt man interessanten Personen bei Twitter, hier trifft man sie persönlich. Darüber hinaus nutzen wir die Gelegenheit für Interviewtermine.“ Dominik Neumann von der Agentur kernpunkt fokussiert seine Messe-PR-Arbeit bei der dmexco dabei auf Social-Media-Kanäle, die Website, ein Kundenmagazin und einen Newsletter. Zudem gibt die Agentur, wie viele andere, Pressemitteilungen zum Messeauftritt zusammen mit ihren Partnern heraus. Wiebke Gadau, PR-Managerin von hmmh multimediahaus, setzt neben den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing auch auf Anzeigen im Vorfeld der dmexco und platziert Fachartikel in relevanten Medien, um so auf ihre PR-Themen frühzeitig aufmerksam zu machen.

Dabei kommen bei den Messe-PR-Profis keinesfalls nur digitale PR-Materialien zum Einsatz, die klassische Haptik ist nach wie vor ein fester Bestandteil in der Messe-PR. Dominik Neumann: „Tatsächlich verwenden wir noch haptische Pressematerialien und planen auch nicht, auf sie zu verzichten. Unser Print-Kundenmagazin ist beispielsweise ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskommunikation.“


Der Ertrag stimmt meistens
Insgesamt scheinen die Messe-PR-Profis mit dem Interesse der Medien zufrieden zu sein. Carsten Brandt: „Alle großen Magazine der Kommunikationsfachpresse haben der Messe im Vorfeld ein Sonderheft oder zumindest einen Schwerpunkt mit Sonderseiten im Heft gewidmet.“

Susanne Neuner sieht dabei aus Sicht der neutralen EuroBlech-Messe-PR-Organisatorin jedoch ein Auseinanderklaffen von professioneller PR-Arbeit bei einem Teil der Ausstellerfirmen auf der einen Seite und keiner oder recht unprofessioneller PR-Arbeit von Seiten anderer Aussteller: „Dies hat übrigens nicht unbedingt etwas mit der Firmengröße zu tun. Generell zeigt sich ein Trend hin zu mehr Online-Aktivitäten der Aussteller, bei denen Social Media stark genutzt wird, um auf neue Produkte oder Events am Messestand hinzuweisen. Interessanterweise scheinen jedoch unsere Messebesucher Artikel zur Messe und den Ausstellern in den Printmedien mehr wahrzunehmen als auf Onlineportalen.“ Das, so Neuner, habe sich aus einer Messeumfrage ergeben.

Dominik Neumann von kernpunkt stören manchmal die leicht oberflächlichen Artikel der Journalisten als Ergebnis der Messe-PR: „Überall ist zu lesen, welche Rekorde die dmexco in diesem Jahr gebrochen hat und welche Persönlichkeiten vor Ort waren. Aber was inhaltlich wirklich geboten wurde, darüber berichten nur wenige.“

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