Please wait...
News / Andreas Severins Crossrelations im Umbruch
Düsseldorfer Crossrelations im Umbruch.
29.11.2012   News
Andreas Severins Crossrelations im Umbruch
 
Erstaunlich geräuschlos verlief die Insolvenz der Düsseldorfer Agentur Crossrelations. Erst Mitte November sickerte die Nachricht von der Pleite durch, im Dezember wird die Agentur von Andreas Severin und Heinz-Georg Tebrake bereits abgewickelt.

Was ist passiert? In jüngster Zeit hatte bereits mehrere Großkunden, vor allem aus dem Publishing-Bereich, langfristige Rahmenverträge gekündigt, darunter die Stadt Dortmund und vor Jahren bereits VW. Der Autobauer stemmt seine Publikationen jetzt inhouse. Offenbar kam nicht ausreichend Geschäft nach, um die Redaktion auszulasten, zum Jahreswechsel noch rund acht Leute, festangestellt.

An ihrer Marke aber wollen Severin und Tebrake aber festhalten: Als Gegengewicht zu ihrer Publishing-lastigen Düsseldorfer Agentur haben beide bereits im Frühjahr unter dem Namen Crossrelations Brandworks eine neue Beratung aufgemacht. Als Partner im Boot: Jörg Middelkamp, ehemals CEO der früheren Vorzeige-Agentur ABC, in der einst auch Severin und Tebrake das Laufen lernen. Christina Marx, die bisher ebenfalls im Management von Crossrelations saß, ist in der neuen Kostellation offenbar vorerst nicht dabei.
Interessantes Detail: Neben Severin und Tebrake saß auch die Werbeagenturgruppe DDB auf einer erheblichen Beteiligung an der Crossrelations GmbH in Düsseldorf – die geht nun verloren.

Verhandlungen mit DDB-Chef Tonio Körger, den Anteil auszubauen und weiter in die Agentur zu investieren, scheiterten offenbar. DDB ist hierzulande mit der Agentur Print Communications Consultants im Markt vertreten, die der Werberei Heye zugeordnet ist. Geschäftsführer sind DDB-Boss Kröger und Heye-COO Christoph Graf.

Um die Agentur ist es zuletzt still geworden, nachdem vor einem Jahr – überraschend – Markus Hilse und Anja Schlicht ausgestiegen waren, samt Kollegen und Kunden, um in Berlin und Düsseldorf die Agentur navos aufzumachen. In ihrem Rücken: Jung von Matt-Chef Peter Figge, der kurz nach Gründung mit JvM in navos investierte.

Als Hilse bei Print antrat, standen die Zeichen auf Expansion, Büros in Berlin und Düsseldorf wurden eröffnet, Print sollte fortan für die Kunden aller Agenturen in der DDB-Gruppe PR anbieten.

Etwa 35 Leute beschäftigt die Agentur derzeit noch, ein paar davon in Hamburg, die meisten aber in München, wo Print den Großkunden McDonald’s betreut, vor allem auch, weil der von der Mutter Heye bravourös mit klassischer Werbung beliefert wird. Zuletzt habe man den McDonald’s-Etat ausbauen können, sagt Peter Johannes, der in München für das operative Geschäft von Print verantwortlich ist, etwa um einen CSR-Etat und Geschäft in Tschechien, Österreich und der Schweiz. Hinzu kam zuletzt Ferrero, daneben ein exklusiver Laufschuhhersteller.

Während das Düsseldorfer Büro Geschichte ist, will Print am Berliner Standort – derzeit sehr dünn besetzt – offenbar festhalten. Seit Jahresbeginn fahndet man nach passenden Köpfen – bisher ohne Ergebnis. Man führe Gespräche, sagt Johannes, heute wie vor ein paar Monaten schon. Aber das „dauert ja bekanntlich seine Zeit.“
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt