Please wait...
News / „Viele Etablierte verändern sich zu langsam“
Senkrechtstarter: TLGG-Gründer Christoph Bornschein, Fränzi Kühne und Boontham Temaismithi./Foto: TLGG
29.10.2012   News
„Viele Etablierte verändern sich zu langsam“
 
Um der „Agentur der Zukunft“ auf die Spur zu kommen, ließ Trendberater Jörg Jelden jüngst über Organisationsstrukturen, Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen im Agenturgeschäft debattieren. Das Ergebnis soll in Kürze vorliegen. Dabei waren auch TBWA, Fork Unstable Media, Häberlein & Mauerer und die Berliner Senkrechtstarter TLGG.

Herr Bornschein, ohne Agenturbackground haben Sie TLGG gegründet. Wie kommt Ihnen die Agenturszene vor?
Christoph Bornschein: Viele unserer Mitarbeiter haben Erfahrungen in klassischen Werbe-, PR- oder Online-Agenturen gesammelt. Sie schätzen bei uns die kreative Freiheit, die Aufbruchstimmung, die Dynamik. Viele etablierte Agenturen verändern sich zu langsam, sind nicht neugierig genug und bieten ihren Mitarbeitern keine Möglichkeiten, zu experimentieren.

Viele arbeiten an ihrer digitalen Kompetenz, über Zukäufe oder indem sie Digitalexperten ins Team einbinden. Warum ist das für Sie kein guter Ansatz?
Bornschein: Weil das oft nur Kosmetik ist und ein Signal an die Kunden sein soll: „Seht her, wir können jetzt auch digital“. Oft bekommen die „Neuen“ aber nur eine Spielecke. Ein echter, sich gegenseitig befruchtender Wandel findet nur selten statt. Viele Digitalexperten bleiben in ihren Agenturen Einzelkämpfer und Exoten. Richtig spannend wird es aber erst, wenn sich aus der Zusammenarbeit echte Synergien ergeben, disziplinübergreifende Teams sich kreativ aneinander reiben und kanal- und medienübergreifend arbeiten.

Was unterscheidet Ihr Agenturmodell heute denn von dem anderer?
Bornschein: Unser Agenturmodell unterscheidet sich nicht in allem von dem anderer Agenturen. Auch bei uns gibt es Strategen, Berater, Kreative. Das CCC-Modell, das sich konzentriert einzelnen Aspekten der digitalen Markenführung und ihrer langfristigen Entwicklung widmet, ist sicher ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Dazu kommen wichtige Details, die für die Agenturen von morgen prägend sind: kleine Büros, kein Overhead, flache Hierarchien, Transparenz, keine Limitierung. Natürlich auch das Netzwerken: Wir arbeiten lieber mit freien Experten und Spezialagenturen als sämtliche Kompetenzen in einem schwerfälligen Apparat aufzubauen.

Wie sind Agenturen in zehn Jahren?
Bornschein: Unsere Neustrukturierung ist eine exemplarische Reaktion auf aktuelle und kommende Anforderungen: Die Agentur von morgen ist Kommunikationsagentur und Unternehmensberatung in einem. Sie braucht den Mut, die Kompetenz und die Strukturen, gemeinsam mit ihren Kunden die neuen Geschäftsmodelle entwickeln zu können, die die kommenden Jahre möglich und nötig machen. (nic)

Magazin & Werkstatt