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News / "Sexy" Content als Garant für den Online-Erfolg
Überzeugender Content kann dazu beitragen, User auf der Website zu halten, hat eine eprofessional-Umfrage ergeben
21.10.2012   News
"Sexy" Content als Garant für den Online-Erfolg
 
Von geschätzt mehr als sieben Milliarden Websites besucht ein deutscher User im Schnitt nur acht pro Tag. Wie also schafft man es, Internet-Surfer auf dem eigenen Online-Angebot zu binden? Durch attraktiven, "sexy" Content, meint Gastautor Martin Hubert. Seine These: Damit können sich PR-Agenturen neue Geschäftsfelder eröffnen.

Wer im Web eine Präsenz hat, muss sich dem enormen Wettbewerb um die Zeit und Gunst des Users stellen und diesen bestehen. Eine Aufgabe, an der immer mehr Portale scheitern. Mit schwerwiegenden Folgen, denn ein Reichweitenverlust bedeutet meist auch das wirtschaftliche Aus eines Webangebotes.
Kampf um knappe Aufmerksamkeit
Es gibt Untersuchungen, dass Deutsche statistisch gesehen regelmäßig nur acht Websites pro Tag besuchen und im Schnitt 140 Minuten am Tag online sind. Die Nutzung dieser Websites konzentriert sich wiederum auf einige wenige Tätigkeiten: Ein Viertel der Onliner verbringen sie in sozialen Netzwerken. Der Rest des Zeitbudgets verteilt sich auf Multimedia (9%), Portale (7%), Chat (4%), Gaming (4%), Auktionen (3 %), Suchmaschinen (2 %), Communities (2 %) und Nachrichten (2%).
Usertypen verstehen
Welche Ansatzpunkte gibt es, damit Portal- und Websitebetreiber den Kampf um User und somit um Erlöse gewinnen? Zuerst müssen Portalbetreiber verstehen, was der User erwartet und was ihn zur Rückkehr auf die Website bewegt. Hilfestellung bietet dabei eine Typologie der Internetnutzer, die sieben Haupttypen kennt: Die Wissenssucher, Kommunikatoren (in Kontakt bleiben), Funktionalisten (Beruflich, Jobsuche, Finanzmanagement), Hobbyisten (Musik, Games, Videos,...), Schnäppchenjäger (Online-Shopping), Technophile (early adopters, mit der Technik gehen) und die Familienorientierten.

Auch wenn die Intentionen unterschiedlich sind, so haben diese Typen eines gemein: Sie suchen Antworten, Hilfe und Information im Netz und können alle mit einem Lockmittel geködert werden: Sexy Content.
Sexy und interessant muss es sein!
Wobei sexy Content dem entspricht, was man in der Fachwelt auch mit dem Begriff Compelling Content beschreibt. Compelling meint laut Wörterbuch verlockend, unwiderstehlich, fesselnd, wichtig. Content steht für Inhalt oder Gehalt. Compelling Content soll also den Leser inhaltlich ansprechen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ihn neugierig machen, ihn mit nützlichen Informationen versorgen und ihn motivieren, selbst aktiv zu werden. Aber nicht nur das.

Compelling Content kann:
die Marke mit einem Kompetenzthema verbinden und eine Themenführerschaft etablieren eine Marke inhaltlich beleben und aufwerten die Auffindbarkeit der Website bei Google (SEO-Effekt) unterstützen.
Der letztgenannte Punkt ist besonders wichtig nach den zurückliegenden Updates des Google-Algorithmus ("Panda Update"). Damit hat Google die Algorithmen zum Erkennen von relevantem Content geschärft. Anbieter mit wenig oder gar keinen eigenständigen Inhalten mussten dabei zum Teil empfindliche Rankingverluste hinnehmen. Dies traf zum einen die reinen Kopisten, aber auch Mash-ups und Vergleichsportale, die durchaus für den User relevante Zusammenstellungen bieten, waren betroffen. Generell kann man sagen, dass Marken-Websites und inhaltliche Autoritäten, etwa Universitäten, gestärkt worden sind.
Content bindet User
eprofessional hat in einer Umfrage unter 116 Online-Marketing-Profis noch einmal nachgefragt: Demnach trägt guter Content laut 78 Prozent der Befragten zur Erhöhung der Verweildauer auf der Website bei. 73 Prozent  sehen außerdem die Verbesserung des Google Rankings und 65 Prozent die Stärkung des Vertrauens beim User als wichtige Funktionen von gutem Content.

Qualitäts-Content ist leider auch mit Arbeit verbunden, aber kein Hexenwerk. Je nach Budget gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Inhalte auf seiner Website relevant und vor allem aktuell zu halten. Es gibt zum Beispiel viele freie Journalisten und Blogger, die sich intensiv mit teilweise sehr speziellen Themen auskennen und hochwertige, aktuelle Texte verfassen können. Hier sind Kooperationen und Auftragsarbeiten denkbar.
PR-Agenturen winkt ein Geschäftsfeld
Auch für die Public Relations ist Compelling Content ein spannendes Thema, mit dem es sich zunehmend zu beschäftigen gilt. Mit der Kombination aus journalistischer Kompetenz, Erfahrung in den Bereichen Themenfindung und -umsetzung sowie der Fähigkeit, Unternehmen und Personen zu positionieren, sind PR-Agenturen optimal aufgestellt, um sich hier ein originäres Geschäftsfeld zu erschließen. Dies gilt insbesondere für Agenturen, die auch über eine Expertise im SEO-Bereich verfügen.

Zudem haben PR-Agenturen meist schon sehr viel Content für ihre Kunden erstellt und können diesen auch auf der Website des Kunden sinnvoll einsetzen. Zum Beispiel, indem der Kunde ein eigenes Blog betreibt.

Wollen Portalbetreiber hingegen ein Inhouse-Team aufbauen, brauchen sie einen guten Schreiber, einen Spezialisten für den Sachbereich, einen engagierten Community Manager, einen Video-Producer und einen Infografik-Designer. Mit einem strukturierten Themenplan und einem Verständnis der Zielgruppe kann dann solides Content Marketing betrieben werden.

Und schließlich gibt es noch Anbieter, meist aus dem Verlagsumfeld, die aufgrund ihres originären Geschäftes über eine hohe Kompetenz in Bezug auf hochwertige, für den Leser interessante Inhalte verfügen.

Ein Gastbeitrag von

Martin Hubert, 50, seit Anfang 2009 Geschäftsführer der Performance-Marketing-Agentur eprofessional. Seine Themen sind das strategische Marketing im digitalen Informationsraum sowie Kreativität und Conversion-Optimierung im Performance Marketing.

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