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News / „Wir überleben in Deutschland auch ohne einen Investor“
Kontrolliert den Beobachtungs-Dienstleister: Der dänische Eigner und CEO Jacob Meibom
25.09.2012   News
„Wir überleben in Deutschland auch ohne einen Investor“
 
Seit Monaten tratscht die Branche über den Medienbeobachter Infopaq: Durchgesickert war, dass die Firma mit Hauptsitz in Kornwestheim bei Stuttgart einen Investor sucht, von Zahlungsschwierigkeiten ist die Rede.

Vor vier Wochen ging Stefan Frohnhoff, bis vor einem Jahr Geschäftsführer in Deutschland, zuletzt noch General Manager. Die Geschäftsführung hierzulande übernahm CEO Jacob Meibom, der die dänische Gruppe einst als Garagenfirma gegründet hatte. Während es Frohnhoff offenbar zurück in die IT-Branche zieht, ist Sebastian Nielsen für Infopaq in Stuttgart verantwortlich, als rechte Hand von Meibom. Ein Nachfolger für Fohnhoff werde gesucht, heißt es.

„Unser Geschäft in Deutschland entwickelt sich sehr gut“, sagt Meibom. Vor mehr als zwei Jahren habe er von Cision ein Unternehmen übernommen, „das tief in den roten Zahlen steckte. Im August aber haben wir wieder schwarze Zahlen geschrieben“, sagt der Chef.

Meibom versucht seine Firma fit für die Zukunft zu machen. Sein Sparkurs kostete allein in Stuttgart rund ein Drittel der Leute den Job. Die TV- und Radio-Beobachtung in Baden-Baden wurde ganz geschlossen. Die sitzt mittlerweile in Frankfurt/Oder, wo die Löhne niedrig sind und sich ein paar Mitarbeiter vom Konkurrenten Ausschnitt abwerben ließen, der dort ebenfalls seine Produktionsstätte hat. Die Produktion von Presseclippings hat Meibom nach Tallinn in Estland verlagert. Dort produzieren etwa 75 Leute für den deutschen und – und schon länger – für den schwedischen Markt. Täglich fliegt Infopaq dafür Zeitungen und Zeitschriften ein und aus, was sich für ihn zu rechnen scheint.

„Wir haben die Kosten etwa halbiert“, sagt Meibom, und er will wieder investieren, in digitale Angebote und in den Vertrieb am Stammsitz in Stuttgart sowie in „anderen Großstädten in Deutschland.“ Ähnliche Töne hatte es bereits gegeben – etwa als Infopaq ein Berliner Vertriebsbüro eröffnete, vom dem aber heute nichts mehr übrig ist.

Er suche weiterhin einen Geldgeber, will aber nicht verraten, mit wem er derzeit verhandelt. „Wir überleben in Deutschland auch ohne einen Investor. Aber wir brauchen ihn, um wachsen zu können.“ Sein Kurs – ob richtig oder niciht – hat den Markt verunsichert. Viele Kunden bleiben Infopaq aber bislang treu. Sie werden darauf achten, dass Meibom neben neben den Kosten auch die Qualität im Griff behält.

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