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News / Hinter Datenschutz-Mängeln stehen oft Unkenntnis oder Absicht
Unternehmen sagen von sich selbst, dass bei ihnen Datenschutz eine hohe Prioriät genießt. Sie setzen ihn aber gleichzeitig nicht immer korrekt um.
11.09.2012   News
Hinter Datenschutz-Mängeln stehen oft Unkenntnis oder Absicht
 
Deutsche Unternehmen haben deutliche Mängel bei der praktischen Umsetzung des Datenschutzes sowie bei den Kenntnissen zur aktuellen Rechtslage. Dies geht aus einer Studie des Kundenbeziehungs-Softwaranbieters Artegic hervor. Oft hätten in Firmen im Zweifel wirtschaftliche Interessen Vorrang.
Hohe Priorität - aber Mängel
In mehr als drei Viertel (77,8%) der deutschen Unternehmen genießt Datenschutz der Umfrage zufolge eine hohe Priorität. Gleichzeitig sieht die Hälfte (49,6%) der Befragten Mängel bei der konkreten Umsetzung in ihrem Unternehmen. Die größten Mängel existieren beim Handel (61,5%) und bei kleinen Unternehmen mit 15-50 Mitarbeitern (57,1%). 

In 45,2 Prozent der Unternehmen hat Datenschutz noch nicht den Stellenwert, den er laut Einschätzung der Befragtenhaben sollte. Dies gaben vor allem Befragte aus dem Handel (56,6%) und Unternehmen mit 15-50 Mitarbeitern an (51%). Gerade Handelsunternehmen, welche die größten Mängel beim Datenschutz haben, erkennen diese Schwäche offenbar.

In 40,4 Prozent der Unternehmen haben im Zweifel wirtschaftliche Interessen Vorrang vor dem Datenschutz. Am stärksten stehen wirtschaftliche Interessen für Handels- (52,3 Prozent), Industrie- (47,9 Prozent) und B-to-B Unternehmen im Vordergrund. Dahingegen hat Datenschutz insbesondere bei Dienstleistern und Medienunternehmen Priorität.
Kenntnisse zur Rechtslage unzureichend
Im Rahmen der Befragung zu den Kenntnissen im Datenschutz wurden den Teilnehmern rechtsfachliche Fragen aus der Marketingpraxis gestellt. Im Durchschnitt beantworteten rund 46 Prozent der Teilnehmenden die Fragen richtig. Im Branchenvergleich am besten stehen mit rund 51 Prozent die Medienunternehmen da. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Befragten, die sich für gut informiert in Datenschutzfragen halten und solchen, die sich nicht für gut informiert halten.
Skepsis gegenüber Selbstregulierung
Eine deutliche Mehrheit der Befragten (69,9 Prozent) spricht sich für eine Regulierung des Datenschutzes durch die Politik aus. Dahingegen halten nur 25,2 Prozent eine Selbstregulierung für ausreichend. Der Großteil der Befragten (68,3 Prozent) findet außerdem, dass Datenschutzbestimmungen strenger kontrolliert werden müssen, um keine Wettbewerbsverzerrung zu schaffen durch Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten.

Auch wenn über die Hälfte aller Befragten (54,6 Prozent) die aktuelle Rechtslage im Datenschutz als intransparent und unverständlich ansehen, halten 45,7 Prozent der Befragten die deutschen Datenschutzgesetze für vorbildlich für einen europäischen Standard. Eine solche, europaweite Vereinheitlichung wäre für die Mehrheit (69,6 Prozent) der Unternehmen auch ein erforderlicher Schritt, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu verhindern.

Für die Studie "Datenschutz im Dialogmarketing" wurden Unternehmens- und Marketingverantwortliche aus über 500 Unternehmen befragt. 
 

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