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30.07.2009   News
Ausgebuffte Kommunikationsexperten
 

Es ist Superwahljahr. Acht Wochen vor der Bundestagswahl ist aber noch nicht allzu viel von ihr zu bemerken. Vielleicht liegt es an den zur Wahl stehenden Alternativen, vielleicht an der Ferienzeit. Wer weiß.

Doch es gibt Menschen, die machen sich Sorgen. Sorgen, dass am Ende wieder weniger Bürger zur Wahl gehen als beim letzten Mal. 2005 lag die Wahlbeteiligung bei 77,7 Prozent, so niedrig wie nie zuvor. Also wollen die besorgten Menschen etwas degegen tun.
 
War es zur Europawahl im Juni noch eine von der EU-Kommission bei Scholz & Friends bestellte Kampagne, die die EU-Bürger mit wenig Erfolg (43,3 Prozent Wahlbeteiligung in Deutschland) an die Urnen rufen sollte, so gibt es zur Zeit mindestens zwei Kampagnen, die die Bundesbürger anstacheln sollen, ihr Kreuz bei einer Partei zu machen. Angesichts urlaubender und sich „in der Kabine“ (Zitat SPD-Chef Franz Müntefering) herumtreibender Wahlkämpfer beherrschen diese acht Wochen vor der Wahl tatsächlich das Feld.

Die eine ist der Spot „Geh nicht hin“, in dem Prominente wie Tagesschau-Sprecher Jan Hofer oder Schauspieler Claude-Oliver Rudolph bekennen, dass sie nicht wählen gehen. Mit dieser Provokation möchte der Initiator, der Verein politik-digital.de, eine Diskussion über den Sinn des Wählens anstoßen. Kampagne Nummer zwei wurde von der „Initiative ProDialog“ der Dialogmarketing-Lobbyistin und „TV-Berlin“-Moderatorin Kerstin Plehwe ins Leben gerufen. Die Initiative will im September auf der Website www.diedemokratiebotschafter.de Multiplikatoren anwerben, die sich gegen die sinkende Wahlbeteiligung und das vermeintliche Desinteresse an Politik engagieren sollen.

Doch gesetzt den Fall, ein mehr oder minder großer Teil der Verweigerer bleibt der Wahlurne bewusst fern – müssen solche Kampagnen nicht bei diesen vollends ins Leere laufen? Solange die zur Wahl stehenden Parteien viele Menschen nicht überzeugen, wird es auch für noch so wohlmeinende Kampagnen und noch so ausgebuffte Kommunikationsexperten schwer sein, aus ihnen Wähler zu machen. Übrigens: Die Kampagnenwebsite www.gehnichthin.de war diese Woche über Tage hinweg nicht zu erreichen.  (fb)

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