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Jack Martin
29.08.2012   News
"Die unabhängigen Anbieter verlieren an Boden"
 
Jack Martin (Foto) auf Welt-Tournee: Seit anderthalb Jahren an Bord bereist der weltweite CEO von Hill + Knowlton Strategies das Netzwerk. Jüngst machte Martin auch Station in Berlin, um Gesicht zu zeigen - und die Deutschen als "Best Performing Agency" aus der Masse der weltweit rund 80 Büros hervorzuheben.

Wie schätzen Sie die aktuellen Entwicklungen von Hill+Knowlton Strategies in Deutschlands ein?

Jack Martin: Deutschland ist eine Erfolgsstory für Hill+Knowlton Strategies. Während andere in der Branche kämpfen, verzeichnen wir hier ein bemerkenswertes Wachstum. Aus meiner Sicht hat unser deutsches Team in den vergangenen 18 Monaten hervorragende Arbeit geleistet, wieder Fahrt aufzunehmen und die Marktpostion von H+K zu stärken – und das nicht nur allein in Deutschland, sondern in der gesamten DACH-Region.

Hill+Knowlton Strategies hat als Unternehmen sowohl in Deutschland als auch weltweit in den letzten Monaten einige Veränderungen erlebt. Wie weit sind Sie auf Ihrer Agenda, was sind die nächsten Schritte?

Martin: Ich habe in den anderthalb Jahren, in denen ich bei H+K bin, Büros in 23 Städten und 13 Ländern besucht und werde auch noch bis Ende des Jahres viele weitere bereisen. Bis jetzt sehe ich, dass wir je nach Markt eine Vielzahl von Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten haben. Ganz unabhängig vom Markt haben aber alle eins gemeinsam: unsere Mitarbeiter verfügen über ungemeines Talent und den unbändigen Willen, H+K zur besten Firma der Welt zu machen.

Um ehrlich zu sein: Ich bin in Zeiten des Umbruchs zu Hill+Knowlton Strategies gekommen. Ich richte den Blick daher weiterhin strategisch darauf, das Wachstum voranzutreiben, und unser Angebot im Hinblick auf unsere enorme Erfahrung über die Öffentlichkeit weitzuentwickeln und H+K ins 21. Jahrhundert der strategischen Kommunikation zu transformieren.

Vor allem Asien und die BRIC-Märkte zeigen im PR-Geschäft starkes Wachstum. Wie kann man in den reiferen Märkten wie Deutschland mit solch einem Tempo mithalten? Welche “Player” braucht es, um die Entwicklung in Deutschland voranzutreiben?

Martin: Deutschland wird weiterhin ein Schlüsselmarkt für uns sein und, wie Sie ja wissen, haben wir in den letzten 18 Monaten gerade strategisch investiert. 2010 konnten wir unseren jetzigen CEO Ernst Primosch, einer der ersten C-Level-Manager aus einem Fortune-500-Unternehmen, für uns gewinnen. Ernst hat fast zwei Dutzend der besten Köpfe angeheuert und arbeitet gerade an einer Talent-Strategie, die sich bereits auszahlt.

Gleichzeitig schließen wir aber nicht aus, weiter auszubauen, sofern das unsere Geschäftsstrategie in Deutschland vorantreibt. Unser Fokus muss aber auf Qualität und nicht auf Quantität liegen. Eins steht fest: Wenn es um die Qualität geht, machen wir keine Kompromisse. Zudem müssen wir weiterhin daran arbeiten, die strategische Beratung für unsere Kunden über alle Branchen hinweg anzubieten.

Unabhängige Agenturen sind in Deutschland im Vergleich zu den USA und Großbritannien ziemlich stark vertreten. Es gibt nur eine Netzwerk-Agentur unter unseren Top-5-Agenturen, nämlich Ketchum. Wie sehen Sie die Marktsituation hierzulande?

Martin: Der deutsche PR-Markt befindet sich ganz klar im Wandel. Die traditionellen lokalen und unabhängigen Anbieter verlieren an Boden und die Agenturen, die von Leuten aus dem "Old Boys Club" geleitet werden, stehen ebenfalls vor einer wirtschaftlich schwierigen Situation. Wenn wir in der Lage sind, Kontinuität zu demonstrieren und unseren Fokus auf exzellenten Leuten, Qualität und der Stärkung unseres globalen Netzwerkes beibehalten, dann ist genau das eine große Chance für uns. Hill+Knowlton Strategies steht für branchenübergreifende Expertise - weltweit.

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