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Christiane Stoltenhoff
13.08.2012   News
"Für uns trägt CP wesentlich zur Profilschärfung bei"
 
Kabbeleien unter Kommunikationsagenturen um Kunden nehmen zu, auch weil sich klassische PR-Agenturen Ansprüche im Revier von Corporate-Publishing-Dienstleistern anmelden. "Für uns trägt CP wesentlich zur Profilschärfung bei", sagt Christiane Stoltenhoff (Foto), Geschäftsleiterin der Kölner Agentur Pronomen, die es jüngst mit "GartenArt" auf die Shortlist beim BCP geschafft hat.

Der Kampf der Kommunikationsdienstleister um Kunden- und Mitarbeitermedien ist hart wie nie. Auch PR-Agenturen bemühen sich um diese Objekte. Hat Ihre Branche im Vergleich zu spezialisierten CP-Dienstleistern überhaupt das nötige Know-how?

Christiane Stoltenhoff: Wir sind überzeugt, dass PR-Agenturen nach wie vor über besonderes Know-how im Corporate Publishing verfügen. Schließlich bewegt sich die Disziplin an der Schnittstelle zwischen PR und Journalismus. Und da ist nicht nur journalistische, sondern auch strategische Kompetenz gefragt. PR-Agenturen sind gegenüber spezialisierten CP-Dienstleistern vielleicht sogar im Vorteil. Besonders dann, wenn sie denselben Kunden, für den sie ein CP-Projekt umsetzen, auch in der klassischen Pressearbeit betreuen. Gleiches gilt für Social Media: Hier ist ein PR-Dienstleister oft viel stärker in das Tagesgeschäft seines Kunden einbezogen und deshalb leichter in der Lage, die schnelle, regelmäßige Kommunikation umzusetzen.

Wenn PR-Agenturen das CP so gut beherrschen, wie Sie behaupten: Weshalb hat man bislang so wenig von Pronomen in diesem Markt gehört?

Stoltenhoff: Für uns trägt CP wesentlich zur Profilschärfung bei. Diese Disziplin nur halbherzig zu betreiben, ist heute nicht mehr möglich. Man muss sich entscheiden: entweder ganz oder gar nicht. Wir haben uns für „ganz“ entschieden. Dementsprechend achten wir bei unseren Mitarbeitern darauf, dass sie einen fundierten journalistischen Background haben, aber gleichzeitig das PR-Handwerk beherrschen.

Manfred Hasenbeck, langjähriger Vorsitzender des Forums Corporate Publishing, hat im PR Report gesagt, dass die CP-Dienstleister die meisten PR-Agenturen aus der Mitarbeiterkommunikation und den Geschäftsberichten verdrängt haben. Wie konnte es dazu kommen?

Stoltenhoff: Die Aussage von Herrn Hasenbeck kann ich nicht bestätigen. Es ist aber so, dass das  journalistische Niveau im CP-Markt in den vergangenen Jahren gestiegen ist und nicht jeder Dienstleister mit dieser Entwicklung Schritt halten konnte. Das hat zu einem Bereinigungsprozess unter allen Dienstleistern geführt.

Print ist im CP auf dem Rückzug. Dafür entstehen durch die Digitalisierung immer neue Formen der Interaktion, die Unternehmen und ihre Kommunikationsdienstleister beherrschen müssen. Sehen Sie sich diesem Wandel gewachsen?

Stoltenhoff: Natürlich stehen sämtliche CP-Produkte nicht isoliert da, sondern sind Teil eines Gesamtkonzepts. Das ist übrigens auch ein Argument dafür, warum PR- und Werbeagenturen weiterhin im CP agieren sollten. Das Kundenmagazin wird, wenn es personalisiert und mit Response-Element versehen per Post verschickt wird, zum Direktmarketing-Instrument. Wir nutzen Kundenmagazine aber auch für die Pressearbeit. Die Vielfalt der Möglichkeiten erfordert von uns mehr Beratung. Die Auftraggeber müssen schließlich darauf achten, ihre CP-Produkte klar zu differenzieren. Bei unseren überwiegend mittelständisch geprägten Kunden spielt jedoch das klassische CP nach wie vor die Hauptrolle. Für sie steht das bedruckte Papier weiterhin für Hochwertigkeit und nachhaltige Kommunikation und passt deshalb am besten zu ihren Produkten und Dienstleistungen.

Interview: Guido Schneider

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