Please wait...
News / Wie viel wert ist Facebook?
Gerald Jude ist Geschäftsführer der Agentur meerdesguten Brand Identity in Wiesbaden und Berlin
02.08.2012   News
Wie viel wert ist Facebook?
 
Spätestens seit dem verpatzen Börsengang von Mark Zuckerbergs Facebook-Imperium stellt sich in den Kommunikationsabteilungen vieler Unternehmen wieder die Sinnfrage: Kann Facebook Unternehmen einen nachweisbaren Return on Invest bieten oder wird die Wirkung als Kommunikations- und Werbekanal fatal überschätzt?

Fakt ist: Die Bedeutung des Netzwerks ist ungebrochen. 23 Millionen Nutzer allein in Deutschland, das spricht für sich. Und es sind keineswegs nur junge Nutzergruppen, die erreicht werden. Gerade die Anzahl der Nutzer zwischen 45 und 54 Jahren und über 55 Jahren hat sich im letzten Jahr verdoppelt. Facebook ist eine Plattform, die von allen relevanten Zielgruppen genutzt wird und keinesfalls ein Nischenprodukt für Internet-Enthuasisten im Alter von 18 bis 34 Jahren.
Kapazitätenprobleme
Fakt ist aber auch: Social Media hält auch für große Unternehmen gewaltige Herausforderungen bereit. Die durchschnittliche Reaktionszeit mit der Unternehmen auf den Post eines Users reagieren, beträgt 26 Stunden. Dabei werden 70 Prozent der gestellten Fragen von den Unternehmen gar nicht erst beantwortet. Oftmals fehlt es an Kapazitäten, um auf die Menge an Fragen und Kommentaren angemessen reagieren zu können.

Interessanterweise findet in der Telekommunikationsbranche der regste Austausch mit der Community statt: mehr als 60 Prozent der Post werden hier von den Unternehmen beantwortet. In der Automobilbranche sieht es deutlich düsterer aus: nur zu 17 Prozent aller Fragen und Kommentare gibt es Feedback. Will heißen: Wer Social Media nutzt, benötigt auch die nötigen Ressourcen und vorallem einen Plan. Ohne eine Social-Media-Strategie mit klaren Zielvorgaben und auf die Zielgruppen zugeschnittenen Social Media Kampagnen können Unternehmen nicht mehr punkten.
Skeptische CEOs
Punkten ist ein wichtiges Stichwort: Der Return on Investment von Social-Media-Maßnahmen ist nicht schwieriger zu beziffern als bei anderen Marketingaktionen. Aber: 73 Prozent der CEOs denken noch immer, dass Marektingabteilungen kein Wachstum generieren. 77 Prozent der CEOs sind sogar der Meinung, dass das Marketing sich nicht um die Verkäufe und den Absatz schert.

Gegenteiliges ist der Fall: Social-Media-Kampagnen können den Umsatz steigern. 40 Prozent der Facebook-Nutzer geben als Grund für den Klick auf "gefällt mir" an, dass sie an Discounts und Promotionen des Unternehmens interessiert sind. 33 Prozent möchten so jederzeit über kommende Produkte informiert werden.

Ist Facebook also nicht mehr als das Werbeprospekt von morgen? Nein. Social Media und die Art und Weise, wie sie das Kommunikationsverhalten verändert haben, können von niemanden mehr ignoriert werden. Es geht in erster Linie nicht um die Anzahl der Fans, um Visibility Tracking oder die Click through Rate, auch wenn viele Marketingentscheider dies nach wie vor glauben.

Es geht darum, einfach da zu sein, weil die Kosten, Facebook einfach zu ignorieren, zu groß wären. Fans und Kunden einer Marke erwarten es mittlerweile, mit "ihrer Marke" kommunizieren zu können und Feedback zu erhalten. Die Chance für Unternehmen, Fans und Kunden an die eigene Marke zu binden, muss beim Schopf gepackt werden.
Emotionale Ansprache
Denn nirgendwo sonst kann das Image und die allgemeine Präsenz jedes Unternehmens so schnell eine so deutliche Aufwertung erfahren wie in den sozialen Netzwerken. 39 Prozent der befragten Facebook-Nutzer geben an, dass sie mit ihrem "gefällt mir"-Klick ihre Unterstützung für das Unternehmen ausdrücken wollen. 21 Prozent nutzen Facebook, um mehr über das Unternehmen zu erfahren.

Denn was gerade Facebook so wirkungsvoll macht, ist die direkte, emotionale und unmittelbare Ansprache. Mobile Geräte, die jederzeit aus der Hosentasche gezogen werden können, rücken die Community noch näher zusammen, Informationen sind jederzeit und überall verfügbar und jeder will jederzeit und überall informiert sein.

Für Unternehmen bedeutet dies genau dort präsent zu sein, wo die Community ihre Informationen austauscht: auf Facebook.

von
Gerald Jude ist Geschäftsführer der Agentur meerdesguten Brand Identity in Wiesbaden und Berlin

Magazin & Werkstatt