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News / Vorsicht vor dem Löwen
Gold-Löwe in Cannes: Die Macher bemühen sich um Akzeptanz in der PR-Branche.
28.06.2012   News
Vorsicht vor dem Löwen
 
Werbergipfel Cannes Lions 2012
Korrekte Klamotte heißt für Werber bisweilen Badehose samt Latschen – Dresscode bei den Cannes Lions und 30 Grad an der Côte d’Azur. Rund 11.000 Delegierte reisten Mitte Juni in das südfranzösische Städtchen mit dem latent gestrigen Charme. Es ist das Klassentreffen der weltweiten Kreativszene, aber auch eine Diaspora für die PR-Branche, obwohl sie seit 2009 mit den PR Lions eine Extra-Einladung nach Cannes bekommt.

38 Prozent mehr Bewerbungen für die PR-Löwen verzeichneten die Macher dieses Jahr – in der großen Mehrheit kamen die aber von den klassischen Werbeagenturen, nämlich zu etwa 85 Prozent. So brütete eine Jury aus weltweiten PR-Experten (Vorsitz: Gail Heimann, Weber Shandwick, Bernhard Fischer-Appelt aus Deutschland) über den Werken der Werber und geizte nicht mit Preisen.

Insgesamt 69 PR-Löwen (20 in Gold, 22 in Silber, 26 in Bronze plus Grand Prix) gingen an Agenturen wie JWT, Young & Rubicam, Leo Burnett. PR-Löwen für PR-Agenturen? Selten. Vier Löwen wanderten nach Deutschland: Jung von Matt und Scholz & Friends (Silber), Bronze gab’s für Ogilvy und DDB Tribal.

„Die PR Lions haben bereits bewirkt, dass sich auch andere Disziplinen endlich Gedanken über die öffentliche Relevanz ihrer Kampagnen machen“, sagte Jan Dirk Kemming, Europa-Kreativchef von Weber Shandwick am Abend. Ins Auge fiel in der Tat, wie oft Einreicher versuchten, ihren Case mit Media-Äquivalenzwerten zu untermauern, und zwar nicht nur in der PR-Sparte. Ein krummer Maßstab zwar, aber eine erste Näherung, Kampagnen über die Disziplinen hinweg vergleichbar zu machen, was den interdisziplinären Anspruch in Cannes unterstrich: In erster Linie zählen kreative Ideen, nicht die Tools.

Nach vier Jahren PR Lions muss die PR noch damit warm werden. Sie sollte aber das Feld nicht den Werbern überlassen – auch wenn die auf diesem Pflaster gut 50 Jahre Vorsprung haben.

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