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28.06.2012   News
Ernährungsbranche holt Gegenkeule raus
 
„Plattform Lebensmittel“
Die Lebensmittelindustrie rüstet auf, um ihren Kritikern die Stirn bieten zu können – allen voran Foodwatch und dessen Frontmann Thilo Bode.

Konkret wird jetzt die „Plattform Lebensmittel“, so der Arbeitstitel, den die Spitzenverbände der Szene, die Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) und der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) gemeinsam mit fünf weiteren Partnern derzeit auf den Weg bringen. Den Etat für die PR-Initiative, deren Jahresbudget siebenstellig sein soll, hatte sich Anfang des Jahres Kerstin Molthan mit ihrer neu formierten Agentur Molthan van Loon Consulting Sparring Strategies geholt.

Mit ihren Botschaften will sich das Konsortium vorerst an Politik und Medien wenden, bekanntes Terrain für Fernsehmann Christoph Minhoff, 52, derzeit noch Programmgeschäftsführer beim öffentlich-rechtlichen Ereignis- und Doku-Kanal Phoenix. Anfang Oktober löst er Matthias Horst als Hauptgeschäftsführer des BVE und BLL (in Personalunion) ab, der allerdings bis zur Pension 2013 parallel im Amt bleiben wird.

Minhoff soll den Verband und dessen Anliegen in besseres Licht rücken, wie BVE-Geschäftsführerin Sabine Eichner bekräftigt. Mit der Entscheidung für den TV-Manager wolle der Verband – über seine bisherige Ausrichtung hinaus – den Fokus auf die zunehmende öffentliche Wahrnehmung und das gesteigerte Verbraucherinteresse an den Themen der Branche legen.

Die Informationsplattform der Lebensmittelindustrie ist als Gegengewicht zu konkurrierenden Portalen wie „lebensmittelklarheit.de“ der Verbraucherzentralen oder „lebensmittelwarnung.de“ des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gedacht.

Wann das Projekt, das als Verein operieren wird, startet, lässt die BVE derzeit offen. Die Finanzierung sei sicher, heißt es bei der (eher klammen) BVE. Ein Geschäftsführer für die Plattform wird gesucht. Um den Posten gab es zuletzt Wirbel, den die „Lebensmittelzeitung“ ausgelöst hatte. Ende Mai stellte sie Phoenix-Gesicht Michael Krons für den Posten vor. Doch Eichner und Krons dementieren. Krons: „In bin in keiner Weise in das Vorhaben involviert.“ (gui)

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