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News / Zwischen Äpfeln und Birnen
24.05.2012   News
Zwischen Äpfeln und Birnen
 
Seit Jahren spaziert Gerhard Pfeffer mit seinem umsatzbasierten PR-Ranking durch die Szene. Mit viel Mühe befriedigt er damit den Durst nach einer Leistungsschau in der Branche, die sich aber genau in diesem Punkt meist zugeknöpft zeigt.
Mit den verschwimmenden Grenzen zwischen den Disziplinen, in die sich Kommunikationsagenturen einst einteilen ließen, verschärft sich das Problem: Die teils willkürlich addierten Umsätze, die Agenturen bei Pfeffer melden, machen das Ranking unscharf und damit angreifbar.
So erklärt der neue Marktführer Media Consulta beispielsweise, man habe ob der geänderten Meldebedingungen – Pfeffer fordert für eine Berücksichtigung keinen Mindestwert mehr im PR-Bereich ein – auch Umsätze aus Social Media eingerechnet, angeblich 6 Millionen Euro. Realistisch wäre dagegen ein Wert zwischen 3,5 und 4 Millionen Euro. Im Ranking der inhabergeführten Werbeagenturen meldete Media Consulta als Nummer 2 im Markt einen Umsatz von mehr als 78 Millionen Euro, der sich zu 36 Prozent aus der Klassik gespeist habe und zu 44 Prozent aus der PR, käme also demnach nur auf 34 Millionen Euro an fürs Pfeffer Ranking relevantem Umsatz.
Ähnliche Kritik erfährt die Agentur fischerAppelt, die sukzessive mehr Erlöse aus der Werbung schöpft. Unter den inhabergeführten Werbeagenturen lag sie 2011 mit 31,8 Millionen Euro Umsatz auf Platz 5. Die Hamburger schafften es ins Ranking, weil sie – wie gefordert – mindestens 25 Prozent ihres Gross Income mit klassischer Werbung erzielt haben wollen.
Ähnlich hätte der PR-Arm von Serviceplan verfahren können, der im PR-Ranking auf Platz 9 landet, weil das dicke Geschäft der Gruppe mit klassischer Werbung außen vor bleibt.
Schwer einzuschätzen sind überdies die Netzwerke, die keine Umsätze für Landesgesellschaften ausweisen (dürfen/wollen).
Solange sich der Markt einer strukturierten Erhebung verschließt, bleibt Pfeffers Arbeit allerdings ein gefragter Benchmark.

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