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News / Jung von Matt steigt bei den Nachbarschaftsflüsterern ein
Navos-Gesellschafter: Markus Hilse (l.), Peter Figge (m.), Anja Schlicht./Foto: Navos
24.05.2012   News
Jung von Matt steigt bei den Nachbarschaftsflüsterern ein
 
Navos
Mit der vergleichsweise kleinen Tochter Jung von Matt/relations hatte Jung von Matt bislang nicht mehr als einen Fuß in der Tür zur PR-Szene. Schon länger suchte JvM-Chef Peter Figge daher nach einem Investment wie der Minderheitsbeteiligung, die er im April an der jungen Agentur navos erwarb.
Der Deal war Anfang des Jahres ruchbar geworden, zwischenzeitlich sprach navos mit weiteren Interessenten. Eher unter dem Radar hatten die Gründer Anja Schlicht und Markus Hilse Ende 2011 ihre Zelte in Berlin und Düsseldorf aufgeschlagen. Die Agentur beschäftigt bereits rund 30 Leute, viele davon aus dem Personalstamm der DDB-PR-Tochter Print Communications Consultants, Schlichts und Hilses Ex-Agentur.
Als Chef des Düsseldorfer Büros half Hilse (Ex-Pleon) Kunden in der Unternehmenskommunikation, Schlicht hatte das Berliner Büro (Public Affairs) aufgebaut, beide mit gutem Namen. Vor allem Schlicht dürfte zuletzt infrage gestellt haben, ob sie unter DDB-Flagge in der kleinen Berliner Public-Affairs-Welt noch an Profil gewinnen kann.
Print hat das Büro in Düsseldorf geschlossen, Berlin arbeitet derzeit mit Minimalbesetzung – soll aber auf absehbare Zeit wieder mit namhaften Köpfen verstärkt werden und offenbar eine andere Richtung einschlagen als navos.
Schlicht und Hilse distanzieren sich vorsichtig von den Schlagworten PR und Lobbying, sie sprechen dagegen von Stakeholder-Dialog und Nachbarschaftskommunikation. „Es geht für Unternehmen darum, einen relevanten Platz in der Gesellschaft einzunehmen und trotzdem ihre Ziele zu erreichen“, sagt Schlicht.

Mit durchaus internationalen Ambitionen will navos insbesondere bei großen Infrastrukturprojekten an Bord gehen. Erstes Schwergewicht im Kundenportfolio ist die BASF-Tochter Wintershall (ein Ex-Print-Auftraggeber), die – als Teilhaber am Erdgaslieferanten Wingas – derzeit eine Ostseepipeline bauen lässt.
Das Investment gibt Schub für navos, erscheint aber insbesondere für JvM eine gute Ergänzung. PR hat Nachholbedarf an Kreativität und Werber brauchen Leute, die rund um ihre Ideen Geschichten und relevanten Dialog inszenieren können. Figge stimmt zu: „Auch unsere Leute müssen heute Tugenden mitbringen, die früher vor allem in klassischen PR-Agenturen gefragt waren.“
 

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