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News / Fleishman-Hillard wirbt Hanning Kempe ab
Kandidat mit Sinn für Humor: Hanning Kempe wechselt zu Fleishman-Hillard/Foto: XYZ
26.04.2012   News
Fleishman-Hillard wirbt Hanning Kempe ab
 
Hanning Kempe macht es. Nach einem halben Jahr Suche kündigte Fleishman-Hillard den aktuellen CEO von Grayling als neuen Deutschlandchef an. Kempe wechselt zum 1. Juli. Zusätzlich nimmt er Platz im EMEA-Management-Board, das von John Saunders geleitet wird, der die Personalsuche anstrengte, die hierzulande kritische Stimmen provozierte.

Ende 2011 nämlich tourte der US- Personalfahnder Barry Shulman durch die Republik und hatte – wie es den Anschein macht – zuvor die PR-Branche abtelefoniert. Diskretion hatte bei den Interviews, die in diversen Hotels stattfanden, offenbar keine Prio, sondern effiziente Terminplanung. Mehrere Kandidaten berichten, in der Lobby die Hände zahlreicher (prominenter) Kollegen geschüttelt zu haben, bevor sie in der Suite auf Shulman trafen: Gut gekleidet, jovial, kalifornisch grinsend, aber ohne nährere Kenntnis des deutschen Marktes, wie Job-Aspiranten erzählen.

Sie bemängeln die amerikanische Art: „Es ging da nicht um den Kopf für ein Konzept im deutschen Markt, sondern um um einen Kopf, der ins Netzwerk passt“, sagt einer. Soll heißen: Zahlen liefern, die den Overhead mitfinanzieren.
EMEA-Chef Saunders, ein Ire, bemüht sich, den europäischen Touch des US-Netzwerks zu betonen und nimmt Shulman in Schutz: „Über die lokale Suche hätten wir keinen Zugang zu Kandidaten vom Schlage Hanning Kempes bekommen.“ Er verheimlicht nicht seinen Stolz, mit vielen profilierten Köpfen der deutschen Szene ins Gespräch gekommen zu sein, „mit überwältigend positivem Feedback“. Offenbar hat er auch mit Agenturinhabern verhandelt, Akquisitionen in Deutschland stünden aber nicht bevor.

„Wir hatten keinen Druck, die Stelle zu besetzen. Das deutsche Geschäft ist profitabel, vor Ort sitzt ein exzellentes Management“, so Saunders, räumt aber ein: „Die Wahrnehmung von Fleishman-Hillard in Deutschland ist nicht so, wie sie sein sollte“, sie hinkt dem globalen Ruf der Agentur hinterher. Hierzulande will er unter die Top-10-Agenturen.

Der langjährige Statthalter Wolfgang Küsters regierte zuletzt mit (zu) ruhiger Hand, Manager verließen die Agentur. Mittlerweile aber sitzen auch in der zweiten Reihe wieder einige Leute, die ihr Geschäft mit Fingerspitzengefühl machen – und der Agentur zu mehr Profil in Deutschland verhelfen wollen.
Die Kür Kempes wird den Kurs unterstützen, auch wenn der „Final Draft Position Description Managing Director, Germany“, den Shulman verschickt hatte (20 Punkte!), ahnen lässt, was sich Kempe da aufhalst. Unter Punkt 16 heißt es: „The successful candidate will have a sense of humor“. Wer Hanning Kempe kennt, wird ihm den nicht absprechen. Und er wird ihn vielleicht brauchen.

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