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News / Positionen, bitte!
Nico Kunkel
27.03.2012   News
Positionen, bitte!
 
Nach zähem Ringen hat die Verlegerlobby nun doch einen Etappensieg errungen. Recht prominent platzierte die Kanzlerin Anfang März ein Eckpunktepapier zum Leistungsschutzrecht, sie hatte das lange versprochen. Naturgemäß entzündet sich an dem Papier der Zorn der quasi-anarchistischen Netzgemeinde, die klassische Medienkonzerne für denkfaule Innovationsversager hält. Ohne die Hassbrille betrachtet: Den digitalen Wandel wird das nicht aufhalten, Verlage müssen sich mit-wandeln. Ihnen ist klar, dass ein Leistungsschutzrecht – sofern es je Gesetz wird – ihnen nicht die Bilanz rettet. Das Eckpunktepapier rammt aber einen Pflock ein, auch um das Ego der Lobby zu befriedigen. Credo: Verlegerische Inhalte sind schützenswert, ebenso wie solche der Platten- und Filmindustrie, die beide ein Leistungsschutzrecht haben.

Ob nun Kosten bei der Verwendung von Verlagsinhalten entstehen, hängt laut dem Papier davon ab, ob diese privat oder gewerblich genutzt werden. Letzteres schließt PR-Arbeiter möglicherweise ein, zumindest sehen sie sich derzeit verunsichert. Die PR-Szene lebt lange nicht mehr nur vom bloßen Verklappen eigener Inhalte, Unternehmenskommunikation positioniert sich als Themen-Multiplikator und muss dabei Fremdinhalte einbeziehen, in Unternehmensblogs etwa.

Die Verlage zielen zwar vor allem auf Google; es ist also zunächst nicht zu erwarten, dass sie ihr potenzielles Recht mit drakonischer Härte durchsetzen würden. Dennoch, nur für den Fall sollte die „PR-Lobby“ offene Fragen klären und früh Position beziehen. Allein der Bundesverband der Pressesprecher legte öffentlich Widerspruch ein, die DPRG schweigt. Dabei bietet sich hier doch eine dankbare Bühne, um als Berufsverband der PR-Branche Profil zu gewinnen.

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