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23.03.2012   News
"PR ist ein Lernberuf!"
 
Das Berufsfeld PR hat an Bedeutung zuleget, trotz zuletzt konjunktureller Einbrüche. Organisationen und im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehende Personen kaum noch leisten, auf professionelle PR-Arbeit zu verzichten.

Denn zu schnell werden in der vernetzten Kommunikationsgesellschaft Fehltritte oder Schieflagen vor aller Augen sichtbar - und damit sind Reputation und wirtschaftlicher Erfolg ernsthaft gefährdet. Fehlt in einem solchen Fall eine Kommunikationsstrategie, sind kurzfristige Imageverluste oft noch das geringste Übel.

Um die gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf die eigenen Anliegen zu lenken, eine Beziehung zur breiten Öffentlichkeit nicht nur aufzubauen, sondern auch zu gestalten, ist strategisches Kommunikationsmanagement unerlässlich. „In der gesamtgesellschaftlichen Kommunikation des 21. Jahrhunderts ist PR ein wichtiger Bestandteil, doch es wird noch zu wenig mit strategischen Konzepten gearbeitet. Die kommunikativen Herausforderungen der nächsten Jahre sind aber ohne durchdachte Konzepte nicht zu bewältigen", meint Kultur- und Sozialwissenschaftler Eberhard Knödler-Bunte. Um dem PR- Nachwuchs das dafür nötige Handwerk mit auf den Weg zu geben, gibt der Gründer des PR Kolleg Berlin selbst Konzeptions-Seminare an der Düsseldorfer Akademie für Marketing-Kommunikation DAMK.
PR ist ein Lern-Beruf
Denn die vor wenigen Jahren noch gültige Auffassung, dass PR ein so genannter Begabungsberuf bzw. Kunsthandwerk sei, ist längst überholt. PR-Leute tragen als Mittler zwischen Organisationen und Öffentlichkeit eine große Verantwortung und sollten weit mehr Kompetenzen vorweisen können als nur eine "gute Schreibe" oder ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit. Auch Andreas Severin, Gründer und Mitgesellschafter der PR-Agentur Crossrelations, erwartet mehr von seinen Mitarbeitern: "PR-Verantwortliche müssen vor allem solides Können, aber auch Sensibilität und Verantwortungsgefühl in den Job einbringen. Ihr Handeln kann Werte schaffen - oder vernichten. Jede Unsicherheit kann da zur Stolperfalle werden. Und Kommunikation kann viele Wege gehen. Ein: 'Das macht man so!' gibt es meistens nicht. Umso mehr müssen Kommunikatoren ihr Tun vom Ende her denken und die Instrumente beherrschen. Das ist nicht immer trivial, aber die Mühe wird belohnt!"

Der ehemalige Vize-Chef der DPRA bemängelt, dass es bei dem komplexen Anforderungskatalog nach wie vor keine geregelte Berufsausbildung für das Tätigkeitsfeld Public Relations gibt. Und tatsächlich ist die Ausbildungssituation nach wie vor unzureichend. Jedoch gibt es durchaus Fortschritte bei der Professionalisierung des PR-Berufes. Nachwuchskräfte, die in der Branche Fuß fassen wollen, haben heute weitaus bessere Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten als noch vor einigen Jahren. Sowohl an staatlichen als auch an privaten Bildungseinrichtungen werden Seminare mit dem Schwerpunkt Öffentlichkeitsarbeit oder aber ganze PR-Studiengänge angeboten. So besteht an der  Universität Münster das älteste kommunikationswissenschaftliche Institut in Nordrhein-Westfalen. Dort finden unter anderem Lehrveranstaltungen zum Thema "PR und Organisationskommunikation" statt.

An der Westfälischen Hochschule, ehemals Fachhochschule Gelsenkirchen, existiert seit 2005 der Studiengang Journalismus/Public Relations. Hier werden neben Einblicken in die Mediengeschichte und das Medien- und Presserecht auch Strategien und der Einsatz von Instrumenten der PR vermittelt. Besonderen Wert legt man hier auf die Verbindung von Journalismus und PR während des zweijährigen Grundstudiums. Ab dem fünften Semester folgt dann die Spezialisierung in einem der beiden Bereiche. "Durch diese einzigartige Kombination aus Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit bekommen die Studierenden eine breit angelegte kommunikative Basis. Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen dadurch beträchtlich", erklärt Prof. Dr. Karl-Martin Obermeier, der selbst etliche Jahre als Journalist tätig war.

Deutlich praxisorientierter als die staatlichen Hochschulen sind private Fach-Akademien. An der DAMK in Düsseldorf kann berufsbegleitend der "Fachwirt Public Relations" erlangt werden. Hier gilt: So wenig Theorie wie nötig, so viel Praxis wie möglich. Die Studenten arbeiten mit Dozenten, die alle Praktiker aus Kommunikation und Marketing sind. Auf dem Stundenplan stehen neben 15 weiteren Bereichen die Grundlagen des PR-Managements, spezielles PR-Wissen in Krisenzeiten sowie die Organisation einer Pressekonferenz.

Horst Harguth, Akademieleiter und PR-Berater sagt: "In NRW gibt es wohl wenig besser geeignete Orte als Düsseldorf, um PR zu lernen. Hier findet man die Medien, die großen Unternehmen, die Verbände und die Institutionen und auch die Landesregierung. Und um Düsseldorf herum gibt es viele interessanten Firmen und Agenturen im Ruhrgebiet und am Niederrhein". So wird in Nordrhein-Westfalen auf vielen Wegen ein PR-Nachwuchs herangebildet, der sowohl akademisch wie praktisch seinen Weg machen wird.

Von Katharina Schulze, DAMK

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