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Hat in den USA die größte Twitter-Fangemeinde: George Stephanopoulos von ABC News
19.03.2012   News
Wie Journalisten mit Twitter umgehen
 
Twitter ist für Journalisten eine gute Möglichkeit, eigene Artikel zu promoten. Je nach Bekanntheitsgrad sind zusätzliche Klicks im drei- bis vierstelligen Bereich möglich. Doch verträgt sich das Mikroblogging mit der journalistischen Objektivität? Müssen Tweets meinungsstark bis sensationell sein, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu generieren?

Ob Journalisten beim Twittern tatsächlich professionelle Grenzen überschreiten, haben die US-amerikanischen Medienforscher Dominic L. Lasorsa, Seth C. Lewis und Avery E. Holton erforscht. Wie das Europäische Journalismus-Observatorium (EJO) berichtet, waren 16 Prozent der untersuchten Tweets wertend, zusätzlich enthielten 27 Prozent der Tweets mindestens ein Meinungselement.

Auffällig sei zudem, dass Journalisten der regionalen Medien meinungsstärker und diskussionsfreudiger twittern als ihre Kollegen der überregionalen Presse. Neben der Frage, ob Journalisten ihre Rolle als unabhängige Informationsvermittler aufgeben, wenn sie ihre Meinung twittern, wurde das Thema Transparenz und die Gatekeeper-Rolle untersucht. Unter anderem gilt ein externer Link als Indikator für Transparenz und wurde in 42 Prozent der Tweets eingesetzt.

Zudem vermitteln neun Prozent der Kurznachrichten Informationen über den Job und 20,2 Prozent private Angelegenheiten. Die Gatekeeper-Rolle wird nach Ansicht der Forscher über die Retweet-Funktion erfüllt: Über 15 Prozent der journalistischen Tweets waren Retweets. Für die Studie wurden im September 2009 die Tweets von den 430 erfolgreichsten US-Journalisten im Untersuchungszeitraum von zwei Wochen analysiert.

Eine äquivalente Studie auf Basis der Tweets deutscher Journalisten gibt es noch nicht, allerdings diskutieren deutschsprachige Medien bereits, ob es für Journalisten Regelwerke für den Umgang mit Twitter geben sollte. Im Februar hat Sky News seinen Mitarbeitern Retweets von externen Usern verboten, die britische BBC verpflichtet ihre Redakteure dazu, Nachrichten an den Newsdesk weiterzuleiten, bevor sie getwittert werden
 

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