Please wait...
News / Olaf Glaeseker im Visier der Staatsanwälte
Christian Wulff
03.01.2012   News
Olaf Glaeseker im Visier der Staatsanwälte
 
Die Staatsanwaltschaft Hannover nimmt offenbar Olaf Glaeseker ins Visier, der als langjähriger Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff (Foto) kürzlich die Brocken hingeworfen hat. Laut einem Bericht der "Neuen Presse" prüfen die Staatsanwälte einen Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme.

Glaeseker soll im Jahr 2008 Urlaub auf Kosten des Eventmanagers Manfred Schmidt gemacht haben. Damals amtierte Glaseker als niedersächsischer Regierungssprecher im Range eine Staatssekretärs unter Ministerpräsident Christian Wulff - größere Geschenke wären für ihn auf diesem Level also tabu.

Ermittlungen gegen Christian Wulff führe die Staatsanwaltschaft Hannover indes nicht. Die Staatsanwaltschaft Berlin prüfe allerdings den Anfangsverdacht der Nötigung, berichtet die "Berliner Zeitung".

In den vergangenen Jahren hatte Glaeseker aus dem latent öffentlichkeitsscheuen Wulff einen medienkompatiblen Politstar werden lassen und ihn durch heikle Situationen gelotst. Kürzlich schied er aus dem Amt. Wie die dpa meldete, habe Glaeseker einer Erörterung seines Privatlebens vorbeugen wollen. Offiziell ging die Trennung aber von Wulff aus.

Der Bundespräsident hatte derweil bereits Mitte Dezember seine PR selbst in die Hand genommen und unter anderem "Bild"-Chef Kai Diekmann sowie Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner telefonisch bedrängt, auf die kritische Berichterstattung über seine Hausfinanzierung zu verzichten. Mit diesem unbeherrschten Vorstoß und seiner Auslegung von Pressefreiheit hat Wulff die Gunst der Medien nun offenbar verspielt - und sich möglicherweise das politische Grab geschaufelt.

Magazin & Werkstatt