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News / Wulff feuert seinen Sprecher
Bundespräsident Christian Wulff (c) Jecso Denzel
22.12.2011   News
Wulff feuert seinen Sprecher
 
Bundespräsident Christian Wulff hat am Donnerstag in der Affäre um seinen Privatkredit personelle Konsequenzen gezogen und seinen langjährigen Sprecher Olaf Glaeseker entlassen. Kurz darauf erklärte er sich erstmals persönlich der Öffentlichkeit und bedauerte seinen Umgang mit der Affäre.
Das Präsidialamt teilte mit, Glaeseker sei von seinen dienstlichen Aufgaben entbunden worden. Die Aufgaben des Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff würden ab sofort kommissarisch von Petra Diroll wahrgenommen. Über die Gründe für die Entlassung teilte das Amt zunächst nichts mit. Unklar blieb zunächst, von wem die Initiative ausging. Die Nachrichtenagentur dpa meldete unter Berufung auf Quellen aus dem Präsidialamt, Glaeseker selbst habe um seine Entlassung gebeten.
Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Wulff war das Krisenmanagement Glaesekers kritisiert worden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy sprach von einer "Salamitaktik" des Bundespräsidenten. Die Salamitaktik sei "der Ausweis des uneinsichtigen Sünders", der nur auf Vorhalt so viel zugebe, wie er zugeben müsse, sagte Klaus Koks, Chef und Inhaber der CATO Sozietät für Kommunikationsberatung, der "Süddeutschen Zeitung". Und das sei nicht das geeignete Mittel für Wulff, um aus dieser Krise zu kommen.
Bereits Monate zuvor hatten Journalisten zum Haus-Kredit des Bundespräsidenten recherchiert. Es handele sich um eine Krise, die durch das zögerliche Zugeben von Fakten befeuert werde, sagte Pietro Nuvoloni, Gründer der Medienberatung dictum media in Köln, der "Zeit". 
In den Jahren zuvor war Glaeseker erfolgreicher. Als sein größter Erfolg galt die Krisenkommunikation zu Wulffs Scheidung. Zudem hatte er Wulff durch eine Affäre um ein kostenfreies Upgrade der Fluggesellschaft Air Berlin gelotst.
Seit 1999 war Glaeseker Sprecher und Medienberater von Christian Wulff. Laut Süddeutscher Zeitung galt er in Hannover seit langem als der Mann, der Wulff zu dem machte, der er ist. Glaeseker habe für Wulff das Image vom sensiblen und besonders ehrlichen Politiker gestrickt, der nicht an Macht, sondern an Menschen interessiert sei.
Glaeseker habe aus dem medienscheuen Oppositionspolitiker den Umfragestar der CDU gemacht, der als Ministerpräsident alle Amtskollegen auf hintere Ränge in Beliebtheitsumfragen weglächelte, heißt es in der "FTD". Glaeseker habe die "Verwandlung Wulffs vom biederen Rechtsanwalt zum Liebling aller Schwiegermütter orchestriert". Als Wulff noch Ministerpräsident war, habe er Glaeseker einmal als "siamesischen Zwilling" bezeichnet, weil er ähnlich denke wie er selbst. 
 

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