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News / Verteidigungsministerium streicht strategische Kommunikation
Joachim Peter
21.12.2011   News
Verteidigungsministerium streicht strategische Kommunikation
 
Das Bundesverteidigungsministerium hat das Anfang 2010 vom damaligen Ressortchef Karl-Theodor zu Guttenberg neu geschaffene Referat "Strategische Kommunikation" wieder gestrichen. Ziel des Referats war, die Kommunikation des Hauses zu koordinieren.
Das Referat war dem Leitungsstab untergeordnet und zusätzlich zum bestehenden Öffentlichkeitsarbeitsreferat angelegt. Es sollte die Kommunikation der Bereiche "Presse und Öffentlichkeitsarbeit", "Informationsoperationen" und "Operative Information" koordinieren.
Diesen Ansatz haben die USA und die NATO vor rund zehn Jahren implementiert, erläuterte Oberst i.G. Dietger Lather im Februar die Idee des Referats vor Studierenden der Universität der Bundeswehr in München. In der Praxis der Bundeswehr agierten die einzelnen Bereiche noch zu oft unverbunden und unkoordiniert, berichtete er. 
Das neue Referat stieß auch auf Kritik. Zu Guttenberg habe "mit Blick auf den Untersuchungsausschuss offensichtlich ein besonderes Bedürfnis zur Imagepflege", bemängelte der der SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels Anfang 2010 gegenüber der taz. Der Bundesverteidigungsminister musste sich damals wegen eines von der Bundeswehr befohlenen Bombardements in Afghanistan rechtfertigen, bei dem 2009 bis zu 142 Zivilisten getötet wurden.
Der Leiter des ehemaligen Referats, Joachim Peter (Foto), 37, wird zum 1. Januar 2012 Textchef Politik bei der Nachrichtenagentur dapd. Peter berichtet an die beiden Ressortchefs, Stefan Uhlmann und Torsten Holtz. Zuvor war Peter Redakteur und Parlamentskorrespondent der "Welt"-Gruppe.

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