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News / Bundesregierung und Wirtschaft bremsen
Die Verbandspräsidenten begründen ihre Position auch in einem Video auf csrgermany.de
14.12.2011   News
Bundesregierung und Wirtschaft bremsen
 
Die vier Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft BDA, BDI, DIHK und ZDH lehnen die im Oktober vorgelegten Pläne der EU-Kommission für eine CSR-Transparenzpflicht für Unternehmen ab. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme der Verbände hervor.
In ihrer CSR-Mitteilung "Eine neue EU-Strategie (2011-2014) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR)" hatte die EU-Kommission Ende Oktober einen Vorschlag für eine "Rechtsvorschrift über die Transparenz der sozialen und ökologischen Information" angekündigt.
Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft lehnen diesen Vorschlag der EU-Kommission ab, da die Kommission damit massiv in die Gestaltungsfreiheit von Unternehmen eingreife. Deutsche Unternehmen würden sich sich freiwillig auf unterschiedlichsten Gebieten engagieren - folglich sollte auch das "ob" und das "wie" der Information darüber freiwillig bleiben. Der bürokratische Aufwand wäre zudem erheblich und stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Auch die Ankündigung der EU-Kommission, branchenbezogene CSR-Multistakeholderforen einzurichten, in denen "relevante CSR- Verpflichtungen bekannt gemacht und bisher erzielte Fortschritte gemeinsam überwacht werden" sollen, halten die Verbände für "nicht zielführend". Der damit erzeugte Zwang und die mögliche Prangerwirkung seien "wenig förderlich", heißt es in der Stellungnahme.
Die Bundesregierung liegt bei beiden Punkten auf einer Linie mit den Wirtschaftsverbänden. Die NGO Corporate Accountability kritisiert die Bundesregierung für diese ablehnende Haltung.
Der Arbeitskreis CSR der DPRG hat im November zum Thema "Transparenzpflicht für Unternehmen, Ja oder Nein?" einen Diskussionsabend in Bonn veranstaltet. Hier finden Sie den Bericht von Riccardo Wagner.  

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