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News / Kein Anlass für eine Intervention
Anti-Atom-Proteste nahmen nach der Laufzeitverlängerung deutlich zu
21.11.2011   News
Kein Anlass für eine Intervention
 
„Einiges davon ist anrüchig“, urteilte die Berliner „taz“ nach der Veröffentlichung einer Deekeling-Arndt-Advisors-Kampagne für das Deutsche Atomforum aus den Jahren 2008 und 2009. PR-Ethikexperten sehen die Probleme aber an anderer Stelle. Von Hans-Dieter Sohn Die „Geheimpapiere der Atomlobby“, schrieb die „taz“ Ende Oktober, zeigen, wie aufwendig die Profiteure der 2010 beschlossenen Atomkraft-Laufzeitverlängerung auf diesen Beschluss hingearbeitet haben. Zwar lobte das Blatt Deekeling Arndt Advisors (DAA) für die „handwerklich gut umgesetzte Öffentlichkeitsarbeit“ und stellte fest: „Nichts davon ist verboten“. Aber einiges davon sei „anrüchig“.
Der Deutsche Rat für Public Relations habe sich die Dokumente angeschaut, berichtet der Vorsitzende Richard Gaul, und kam zu dem Schluss, sich nicht näher mit der Sache zu befassen: „Wir sehen – ohne eine inhaltliche Bewertung vorzunehmen – keinerlei Verstoß der Agentur gegen die Branchen-Kodizes.“ Dem pflichtet Heiko Kretschmer bei, der Ethikbeauftragte der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung. Er sieht aber die Glaubwürdigkeit anderer Beteiligter beeinträchtigt. Etwa die des Historikers Arnulf Baring, der in seinem Gastbeitrag für die „FAZ“ die Zuarbeit durch DAA verschwiegen hatte. Dies bekräftigt auch A&B One-Chef Rupert Ahrens. Baring bewege sich hier in einer „Grauzone“.
Schlechter kommt allerdings Joachim Schwalbach weg. Der Professor der Berliner Humboldt-Uni hatte eine Studie für das Atomforum vereinbart, die über das Konto der PR-Agentur seiner Frau abgerechnet werden sollte. „Säße ich in einem Kontrollgremium der Uni, hätte ich ein Problem damit“, sagt ein Fachmann. Fertiggestellt wurde die Studie nie.
Gewundert hat sich Kretschmer zudem, dass sich in den DAA-Papieren keine Überlegungen dazu finden, wie das Atomforum mit dem gesellschaftlichen Protest umgehen könnte, falls dieser nach der Laufzeitverlängerung wieder aufflammen sollte.
Foto: Flickr/GuenterHH
 

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