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News / Vergangenheitsbewältigung braucht Zeit
12.06.2009   News
Vergangenheitsbewältigung braucht Zeit
 

Seit Arcandor am Dienstag beim Amtsgericht Essen Insolvenz angemeldet hat, wird eifrig die Schuldfrage diskutiert. Das „Handelsblatt“ etwa wirft Vorstandschef Karl-Gerhard Eick vor, gezaudert und gepokert, statt sich schon lange um eine Planinsolvenz Gedanken gemacht zu haben.

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) greift den Bundeswirtschaftsminister an: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hätte Staatshilfen zustimmen sollen. Vergessen werden auch nicht Madeleine Schickedanz und Thomas Middelhoff. Den vorläufigen Insolvenzverwalter der Arcandor AG lässt diese Frage jedoch kalt. Klaus Hubert Görg habe jetzt nicht die Zeit, das zu klären, sagt sein Pressesprecher Thomas Schulz. Jetzt gehe es um die Gegenwart und die Fortführung des Geschäftsbetriebs. Später werde geklärt werden, ob und gegebenenfalls von wem im Vorfeld Gläubigerinteressen geschädigt worden seien.

Die Kölner Agentur rw konzept, deren Geschäftsführender Gesellschafter Schulz ist, berät und unterstützt Görg bei der internen und externen Kommunikation für die vorläufige Insolvenzverwaltung. Bereits am Mittwoch saßen Schulz und sein Team mit der Internen Kommunikation des Handels- und Touristikkonzerns zwecks Abstimmung zusammen. Im Intranet der Karstadt-Mutter spiegeln sich die Sorgen der Mitarbeiter wider, gehen Anfragen ein, die die Verfahrensweise mit Resturlaub ebenso betreffen wie die Zukunft vermögenswirksamer Leistungen. „Das muss koordiniert und abgearbeitet werden“, berichtet Schulz. Auch mit Konzernkommunikationschef Gerd Koslowski stimmt sich Görgs Sprecher ab, beispielsweise wenn es um Medienanfragen zu einer Fusion von Karstadt und der Metro-Tochter Kaufhof geht.

Die Erwartungen an Görg und den Arcandor-Generalbevollmächtigten Horst Piepenburg sind hoch. Sie gilt es jetzt zu kanalisieren.  (fo)
 

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