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29.04.2009   News
Schlagkräftige Familie
 

Georg Nolte, Mediendirektor des Hamburger Profiboxstalls Universum Box-Promotion, kommuniziert mit großer Leidenschaft für den Faustkampf. Von Uwe Förster

Ein paar unauffällige Bauten neben den Grand-Fußballplätzen des TSV Wandsetal, davor am Straßenrand aufgereiht einige Lkw mit der Aufschrift Universum Box-Promotion – an einem grauen Tag wirkt das Box-Gym wie das Winterquartier einer Schaustellertruppe vom Hamburger Dom. Drinnen allerdings, in der recht bunt ausstaffierten Sporthalle, geht es lebhaft zu. Karoly Balzsay, WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht, betreibt Bauchmuskelübungen auf dem Ringboden, Klitschko-Betreuer Fritz Sdunek durchquert grüßend die Halle, Trainer Michael Timm beobachtet seinen Schützling Felix Sturm beim Sparring. Auf den WBA-Mittelgewichtsweltmeister warten nicht nur zwei Autogrammjäger, sondern auch ein graumelierter Herr in einem dunklen Anzug und mit Schal um den Hals – ein Journalist von der „Bunten“. Und am Rande des Treibens sitzt ein älterer Herr still vor einem Backgammon-Brett. „Hier geht es sehr familiär zu“, sagt Georg Nolte nicht ohne Stolz. Er gehört seit Juli 2008 zu dieser Familie, und tatsächlich werden wohl nur auf Empfängen so viele Hände geschüttelt wie hier.

Nolte kam von der „Bild“. Fünfeinhalb Jahre hatte er für das Blatt gearbeitet, die ersten drei als Boxsport-Reporter, zuletzt als Formel-1-Berichterstatter, wobei er Videojournalist, Fotograf und Texter in einer Person war. In diesem harten Job eignete er sich die Voraussetzungen für eine seiner Aufgaben an: den Universum-Boxstall und seine Tochtergesellschaft für den Profinachwuchs, spotlight boxing, multimedial aufzustellen. Ein Blick auf www.boxing.de genügt, um herauszufinden, was damit gemeint ist. Hervorzuheben sind beispielsweise die Profile der 40 Universum-Boxer und die Videos mit Kampfausschnitten, die seit November auf der Website zu sehen sind. Nolte betont die Funktion des Internetauftritts nicht nur als Visitenkarte des Unternehmens von Promoter Klaus-Peter Kohl, sondern auch als Promotion für die Sportler. Der Nachfolger des Klitschko-Managers Bernd Bönte sieht sich in der Pflicht: „Die PR trägt auch Verantwortung für die Boxer.“

Dieser Verantwortung muss der Mediendirektor gemeinsam mit den PR-Beratern der Boxer gerecht werden. Sechs Universum-Schützlinge haben einen, mit ihnen und den Trainern stimmt Nolte sich ab, etwa darüber, welche Themenschwerpunkte gesetzt werden und wer sie öffentlichkeitswirksam darstellt. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wer wo wann gegen wen in den Ring steigt. Und dies wiederum ergibt sich aus den Verhandlungen der Promoter, deren Ausgang oft ungewiss ist. Nolte: „Wenn wir den Matchtermin zwölf Wochen vorher kennen, ist das schon ein Traum.“ Ist Universum der Veranstalter, was etwa 15 mal pro Jahr der Fall ist, geht es weniger um PR-Arbeit für die Boxer, Hauptaufgabe ist dann die Eventkommunikation. Die organisiert Nolte gemeinsam mit Pressesprecher Christof Hawerkamp.

Um das Image des Profiboxens meint der gebürtige Rheinländer Nolte sich keine Sorgen mehr machen zu müssen. „Boxen ist längst aus der Schmuddelecke raus“, sagt der 32-Jährige, der seit dem ersten Kampf, den er gesehen hat – Witali Klitschko versus Lennox Lewis 2003 – Feuer und Flamme für den Sport ist.

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