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Monsanto-Maiskolben
17.04.2009   News
Wenn Lobbying für Verwirrung sorgt
 

Seitdem der Quasi-Monopolist für gentechnisch verändertes Saatgut, der US-Agrarkonzern Monsanto, in Deutschland eine Genehmigung für die Maissorte MON810 erreichen will, passiert das, was immer passiert: Es bilden sich Interessengruppen heraus, die sich entweder für oder gegen grüne Gentechnik aussprechen. Studien werden angefertigt, Argumente entwickelt, beide Seiten betreiben teils populistische Kommunikation. Informationen werden zurückgehalten, Seilschaften in die Politik und zu Meinungsbildnern geknüpft, bis am Ende keiner mehr dem anderen traut und niemand mehr die Informationslage erfasst. Das Ergebnis ist kommunikativer Treibsand, der zu keinem Ergebnis führt.


Seit vergangenem Dienstag, an dem die CSU-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Aussaat des Monsanto-Mais untersagt hatte, ist einer der seltenen Fälle zu begutachten, bei dem das Lobbying eines Konzerns die Skeptiker gefördert hat. Das war so nicht zu erwarten, denn Monsanto hat es bisher stets gut verstanden, seine Interessen gegen alle Widerstände durchzusetzen. 
Vielleicht hat Monsanto die Gegenwehr in Deutschland unterschätzt. Aber vielleicht hat Aigner auch einfach nur das getan, was jeder vernünftige Mensch tun sollte: Nein sagen. 
Denn bei allen ausgefeilten und sich widersprechenden Argumentationslinien – angefangen von der Bekämpfung des Welthungers, über gentechnisch verunreinigten Honig, der in den Sondermüll wandert, bis hin zu nicht vorhandenen Langzeitstudien – steht nur eines fest: Die Verbraucher möchten keinen gentechnisch veränderten Mais von einem für seine politische Aktivität bekannten Konzern – weder im Futtermittel und schon gar nicht auf dem eigenen Teller. Und es ist nichts dagegen zu sagen, wen eine Politikerin dem Rechnung trägt.  (pb)

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