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News / Zwanziger gegen Zwanziger
27.02.2009   News
Zwanziger gegen Zwanziger
 

Die David-gegen-Goliath-Geschichte des Jens Weinreich geht weiter (PRR Newsletter vom 21.11.2008). Ob Weinreichs Äußerung in einem Kommentar auf einen Artikel des Blogs „indirekter-freistoss.de“, der DFB-Präsident Theo Zwanziger habe sich bei einer Veranstaltung wie ein „unglaublicher Demagoge“ benommen, von der Meinungsfreiheit gedeckt ist, ist geklärt. Ja, sagten das Landgericht und das Kammergericht Berlin Ende September 2008. Aus dem Streit ist ein komplexes PR-Stück geworden aus Zwanziger-Interviews in verschiedenen Medien, einer wahrheitsbeugenden DFB-Pressemitteilung und allerlei juristischem Kleinkram.

Weinreich nutzt fleißig seinen Blog („jensweinreich.de“), um die Vorgänge transparent zu machen. Der Deutsche Rat für PR wird sich mit der Vorgehensweise des DFB beschäftigen, wie Günter Bentele, Ratsmitglied und Professor an der Uni Leipzig, auf„sportticker.net“ ankündigte.
Unterdessen hat Weinreich in seinem Blog etwas getan, was ihm schwer fiel: Er startete einen Spendenaufruf. Es gingen ihm langsam die finanziellen Mittel aus. Vom Zeitaufwand mal abgesehen. Zwei Tage später, am vergangenen Dienstag, konnte er schon „einige hundert“ Spender, darunter auch Institutionen, vermelden. Im Netz hat sich als Slogan „Zwanziger gegen Zwanziger“ durchgesetzt – dem zahlreiche Blogs folgen.
Hatte das Thema vorher schon durchaus Potenzial, dürfte es nun nicht mehr lange dauern, bis es auch die breite Öffentlichkeit erreicht. Denn aus dem Disput zwischen einem Sportfunktionär und einem Sportjournalisten hat sich die Grundsatzfrage nach der Meinungsfreiheit in Deutschland entwickelt. Und die Frage, wie Funktionäre des milliardenschweren Fußballgeschäfts damit umgehen, könnte ein wahrlich negatives Bild auf Zwanzigers Funktionärs-Truppe werfen, die wegen eines Online-Kommentars die Gerichte bemüht. (pb)

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