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28.07.2011   News
Friede per Facebook
 
Was das Nahost-Quartett aus EU, UN, Russland und den USA nicht geschafft haben, soll jetzt Facebook richten: den festgefahrenen Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern in Gang bringen. „Über alles wird heutzutage im Internet gesprochen, Sex, Krieg, Geschäfte – warum nicht auch über Frieden?“, dachte sich der ehemalige israelische Top-Diplomat Uri Savir und gründete die Facebook-Seite „YaLa-Young Leaders“, die einen alltäglichen Dialog der 15- bis 30-Jährigen beider Lager ermöglichen soll. Der israelische Außenminister Shimon Peres lobte bereits die Initiative. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und Tony Blair, aktueller Nahost-Beauftragter von UN, EU, USA und Russland, haben ihre Unterstützung bekannt gegeben. Zu Recht: Die Flucht in den virtuellen Raum ist konsequent. Denn die Menschen in den Palästinensergebieten und in Israel sind schließlich durch Zäune und Betonmauern voneinander getrennt, ähnlich wie einst Ost- und West-Berliner. Online kommt man sich näher. „Welche palästinensischen Rockbands sollte man kennen?“, fragt ein User. Ein anderer: „Gibt es hier Palästinenser, die Eishockey mögen?“ Dazwischen Fotos des FC Barcelona und von Maria Scharapowa, „der hübschesten Tennisspielerin aller Zeiten“. Small Talk. Doch die Gruppenmitglieder fetzen sich auch über Fotos brennender israelischer Flaggen und Soldaten, die mit Maschinenpistolen auf Frauen und Kinder zielen. Vielleicht freunden sich palästinensische und israelische Top-Politiker in Zukunft auch über Facebook an? Hier hat der Ministerpräsident der palästinensischen Autonomiegebiete, Salam Fayyad, seinem israelischen Gegenüber einiges an Erfahrung voraus. Während Fayyad im Februar via Facebook sogar nach neuen Regierungsmitgliedern suchte, hat Netanjahu dort (noch) kein persönliches Profil. (hds)

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