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News / Voice from SloVenia: Tiefgreifende Reformen stehen an – Rückenwind für die Nächsten 20 Jahre
Maja Rečnik ist PR Consultant der SPEM Gruppe in Maribor, Partneragentur im internationalen GlobalCom PR Network
28.07.2011   News
Voice from SloVenia: Tiefgreifende Reformen stehen an – Rückenwind für die Nächsten 20 Jahre
 
Slowenien ist erstarrt. Das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Regierung war noch nie so groß wie heute, mehr als 80 Prozent sind mit ihren Repräsentanten unzufrieden. Das kleine Land mit seinen zwei Millionen Einwohnern war der erste osteuropäische Staat in der Eurozone. Seit Langem gilt Slowenien zwar als wirtschaftlich gesund. Aber seit der Finanzkrise ist die Staatsverschuldung von Jahr zu Jahr gewachsen. Jetzt bezahlen wir für die schlechten öko-nomischen Entscheidungen in der Vergangenheit. Und jeder Reformvorschlag verursacht Unzufriedenheit. Sozialwissenschaftler haben gerade die These aufgestellt, dass wir Slowenen nicht wissen, wie man einen Staat führt, da wir – historisch betrachtet – immer den Staat ausnutzen mussten. „Blogs und Tweets haben eine zentrale Bedeutung im Vorwahlkampf erlangt.“ Slowenien kann für 2012 mit 2,4 Prozent Wachstum rechnen. Das reicht nicht aus, um die steigenden Rentenkosten zu decken. Gerade haben wir per Referendum den Umbau des staatlichen Rentensystems und ein höheres Renteneintrittsalter abgelehnt. Das „Handelsblatt“ prognostizierte daraufhin, Slowenien werde das neue Sorgenkind der EU. Und der luxemburgische Premierminister und Vorsitzende der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, stieß in das selbe Horn: Er rief die kleinen Länder zu drastischen Sparmaßnahmen auf. Slowenien muss seine Probleme jetzt in den Griff bekommen. Drei Minister haben zuletzt die Regierung verlassen. Ihnen wird sich der Parlamentspräsident anschließen. Und der Premierminister hat sich bereits für vorgezogene Neuwahlen ausgesprochen, die voraussichtlich im Januar stattfinden werden. Dass der Wahlkampf bereits läuft, zeigt ein wichtiges Indiz: Seit Kurzem twittern wichtige Kandidaten wie der Parlamentspräsident, die Vorsitzenden der Koalitionsparteien, und mit dem Vorsitzenden der größten Oppositionspartei auch ein möglicher Anwärter auf den Posten des Premiers. Nur der Amtsinhaber twittert nicht. Blogs und Tweets haben eine zentrale Bedeutung im Vorwahlkampf erlangt. Es scheint, als entschieden nicht zuletzt die digitalen Kanäle, wer aus diesem Rennen als Sieger hervorgehen wird. Wie die Medien versuchen auch die Wähler, sich auf die schnelle Weiterentwicklung der Kommunikationstechnologien einzustellen. Die Öffentlichkeit – vor allem die junge Generation – hat damit Macht erlangt und sollte diese Tools nutzen, um die Zivilgesellschaft weiter zu entwickeln. Die Politiker haben ihre Spielwiese für Jedermann geöffnet. Vielleicht ist das der Fortschritt, den wir brauchen. Nach 20 Jahren Unabhängigkeit geht Slowenien neue Wege. Welchen Weg wird die neue Regierung beschreiten? Sie wird gravierende Reformen angehen müssen. Dazu braucht sie eine Vision und kommunikative Fähigkeiten. Viel Glück, Slowenien!
 

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