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News / Eine Entscheidung im Kopf
DPRG-Chef Ulrich Nies, Head of Corporate Communications des Spezialchemieherstellers Clariant, ist Anfang Juni von den Verbandsmitgliedern in seinem Amt bestätigt worden
27.06.2011   News
Eine Entscheidung im Kopf
 
Der alte und neue Präsident der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), Ulrich Nies, will die Marke PR auf das Leitbild eines Kommunikationsmanagements hin weiterentwickeln.
Herr Nies, was von dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Kommunikationskonzept des DPRG-Vorstands wurde bislang umgesetzt?
Nahezu 100 Prozent. Die neue Website mit ihrer Ausrichtung an den Kernthemen des Verbandes, den Dialogmöglichkeiten sowie der redaktionellen Einbindung von Landesgruppen und Arbeitskreisen ist ein echtes Kommunikationsforum geworden. Außerdem wird hier erstmals deutlich, dass es fast an jedem zweiten Arbeitstag irgendwo in Deutschland eine Veranstaltung der DPRG gibt. Das zeigt wie lebendig der Verband ist. Die interne Kommunikation rundet der elektronische Newsletter ab, den unser Geschäftsführer Michael Kalthoff-Mahnke monatlich herausgibt. Den ebenfalls beschlossenen Akquise-Flyer konnte er am Tag der Mitgliederversammlung im Andruck vorlegen – naturgemäß mit Leerstellen was das Präsidium angeht. Gut vorangekommen sind wir auch mit der besseren Nutzung der Zeitschrift „Kommunikationsmanager“. Der DPRG-Präsident ist nun einer der Herausgeber, der Geschäftsführer festes Mitglied der Redaktion. Auch die Zahl der aus der DPRG kommenden Beiträge ist gestiegen. Hier müssen wir aber noch intensiver in den Verband hineinhören und um Themen werben. Die DPRG hat zum Thema Kommunikationsmanagement sehr viel mehr beizutragen, als man heute im Heft sieht. Das wollen wir ändern.

Worin sehen Sie Ihre wichtigsten Aufgaben in den kommenden drei Jahren?
Die Zahl der Mitglieder zwischen 20 und 30 Jahren hat sich von 2009 auf 2010 fastverdoppelt. Das heißt, mit rund 400 Mitgliedern in dieser Altersgruppe sind wir der Verband des Nachwuchses. Daraus ergibt sich vor allem eine Aufgabe: Wir müssen gemeinsam mit diesen jungen Leuten und den erfahrenen Mitgliedern das Berufsbild und das Know-how weiterentwickeln und damit die Branche sowie den Verband zukunftsfähig machen. Kommunikation ist ein Werttreiber unserer Gesellschaft – in Unternehmen, Verbänden und Organisationen. Diesen selbstbewussten Anspruch wollen wir mit Leben füllen. Es ist kein Pathos sondern eine schlichte Feststellung, wenn ich sage: Wir brauchen eine Kommunikation auf Weltmeisterniveau. Meine Aufgabe ist es, Menschen zu dieser Aufgabe einzuladen, sie zu vernetzen und ihnen Gelegenheit zu schaffen, ihre Beiträge zu leisten.

Sie wollen den Beruf des Presse- und Öffentlichkeitsarbeiters in Richtung Kommunikationsmanager erweitern. Einerseits klare Positionierung des Berufsbilds, andererseits inhaltliche Aufgabenerweiterung: Widerspricht sich das nicht?
Kommunikationsmanagement ist genau diese klare Positionierung. Ich sehe uns nicht als Vertreter verschiedener Fachrichtungen wie beispielsweise interner und externer Kommunikation oder Public Affairs, sondern als eine Gemeinschaft von Kommunikateuren, die mit ihrem Fachwissen zur Wertschöpfung der Auftraggeber beiträgt. Dazu setzen wir je nach Kommunikationsziel die jeweils passenden Instrumente ein und steuern diese über alle Teilgebiete der PR hinweg. Ob man ein Kommunika- tionsmanager ist, entscheidet sich im Kopf, nicht in der aktuellen Rolle als PR-Chef, Zielgruppenbetreuer oder Einzelberater. Jeder der sich selbst als Teil eines vernetzten Systems begreift, in dem er messbare Beiträge zur Zielerreichung leistet, macht sich zum Kommunikationsmanager.

Sie haben vor, die Medien- und Lobbyarbeit der DPRG zu verstärken. Dass es der DPRG an einer öffentlich wahrnehmbaren Stimme und medialer Präsenz mangele, wird allerdings seit Jahren kritisiert. Was ist bisher schiefgelaufen?
„Public Relations begins at home”. In den vergangenen Jahren haben wir uns auch vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen auf die interne Kommunikation konzentriert, die Verbandsarbeit auf Kernthemen fokussiert undmit der professionellenUnterstützung der ehrenamtlich Tätigen unsere Geschäftsstelle in Berlin aufgebaut. Damit sind die Grundlagen für einestrategische Medienarbeit gegeben, die wir jetzt planen.

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