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News / Rating overload
Uwe Förster, Chefredakteur
27.06.2011   News
Rating overload
 
Eine „unheimliche Macht der Ratingagenturen“ konstatiert die „Berliner Zeitung“ Mitte Juni, „Zweifelhafte Allmacht der Rating-Agenturen“ überschreibt eine Hamburger Tageszeitung ihren Artikel über die wiederholte Herabstufung langfristiger griechischer Staatsanleihen durch Standard & Poor’s. Die Notenvergabe löst erneut einen Hagel der Kritik an den Dienstleistern für Investoren aus (Seite 12). Über deren Macht und Einfluss wird heftig diskutiert – während das erwähnte örtliche Organ in der gleichen Ausgabe die Halbjahresserie „Senat auf dem Prüfstand“ er-öffnet. Ein „Realitäts-Check“ abgegebener Wahlversprechen soll es sein. Bewertung, Einordnung, Orientierung sind in einer Gesellschaft, die den Bedarf dafür permanent selbst neu erfindet, überlebensnotwendig und zugleich selten erschöpfend. Das erzeugt Unzufriedenheit aufgrund von Unsicherheit. Wie viel ist denn nun das Unternehmen Evonik Industries (Seite 18), das an die Börse strebt, wert? Zehn Milliarden Euro? Oder gar 15 bis 20 Milliarden Euro? Da gehen die Meinungen auseinander. Und wie viel ist eine PR-Agentur wert? Eine Frage, bei deren Beantwortung nicht nur objektive Kriterien, sondern auch emotionale Faktoren eine Rolle spielen können (Seite 32). Allein für manche Namen wären zu anderen Zeiten ganz andere Summen hingeblättert worden. Für Springer & Jacoby beispielsweise oder für Leipziger & Partner. Heute lässt selbst der Namensgeber der jüngst pleite gegangenen Agentur Leipziger & Partner L&P in einer Stellungnahme lieber unerwähnt, dass er – jedenfalls offiziell – Beiratsvorsitzender der Gesellschaft gewesen war.

An dieser Stelle möchte ich mich von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, als Chefredakteur des PR Report verabschieden. Eine Bewertung meines Wirkens auf diesem Posten überlasse ich Ihnen. Und jedwedes Ergebnis hindert mich nicht daran, Sie noch auf die kommende PR Report Sail am 9. September hinzuweisen. Bei der Regatta wünsche ich Ihnen viel Spaß und stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel, darüber hinaus weiterhin viel Erfolg und alles erdenklich Gute.

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