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News / Lancierte Meldung ohne Effekt
28.11.2008   News
Lancierte Meldung ohne Effekt
 

Die Finanzkrise treibt mitunter bunte Blüten. Da ist beispielsweise der Hersteller von Komponenten zur Gewinnung von Sonnenenergie, der gerne Opel gekauft hätte, um dann in Rüsselsheim Öko-Autos zu bauen. War Solarworld zuvor in der Öffentlichkeit kaum bekannt, hat sich das über Nacht geändert. Auch wenn die Unternehmensführung steif und fest versichert, sie habe das Angebot ernst gemeint, sieht das Ganze trotzdem nach einem PR-Coup aus.

Einen ähnlichen Plan könnte man auch dem Arzneimittelhersteller bene aus München unterstellen, tauchte doch am 24. November in einem Pressemitteilungsportal ein kurzer Text auf, in dem behauptet wird („Insider berichten...“), bene plane nicht nur, den Generikahersteller ratiopharm (Ulm) zu übernehmen, nein, „zwei mit dem Umstand vertraute Personen ließen verlauten“, dass man bereits in konkrete Verhandlungen eingestiegen sei.

Als Autor des Textes mit vermeintlich brisantem Inhalt ist offiziell nur eine anonyme „freie Journalistin“ bekannt, die offensichtlich über einen sehr guten Draht zur Unternehmerfamilie Benend verfügen muss. Denn den muss haben, wer Details über die Arzneimittelfirma (Ben-u-ron) erfahren will. Das Unternehmen gibt sich äußerst schweigsam. Einen Presse-Ansprechpartner sucht man auf der Firmenwebsite vergeblich. Über Umwege ist eine Pressevertretung durch die Kölner Agentur Pronomen auffindbar. An der Meldung sei nichts dran, versichern dort die PR-Beraterinnen, selbst die bene-Geschäftsführer Harald und Helmut Benend seien verwundert.

Die Frage aber bleibt: Wer würde überhaupt auf die Idee kommen, sich eine so krumme Geschichte zu bene und ratiopharm auszudenken? Und würde eine „freie Journalistin“ ihren Scoop so dusselig platzieren? (pb)

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