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News / Zwanziger dribbelt sich ins Abseits
21.11.2008   News
Zwanziger dribbelt sich ins Abseits
 

Was letztendlich Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbunds (DFB), dazu bewogen hat, nicht den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, um die Sache mit dem freien Sportjournalisten Jens Weinreich zu klären, wird wohl im Dunkeln bleiben.

Der ehemalige Sportchef der „Berliner Zeitung“ hatte den DFB-Fuktionär Mitte Juli dieses Jahres in einem Kommentar auf einen Artikel im Blog „direkter-freistoss.de“ als „unglaublichen Demagogen“ bezeichnet, woraufhin sich Zwanziger als „Volksverhetzer“ diffamiert sah. Der Jurist Zwanziger ließ dem Redakteur eine Einstweilige Verfügung zukommen, als dieser sich am anderen Ende der Welt zur Olympiaberichterstattung in Peking aufhielt.
Weinreich, in der Szene als kritischer Journalist bekannt, ging gerichtlich gegen die Verfügung vor und gewann – zuerst vor dem Landgericht, danach vor dem Kammergericht in Berlin, da es sich nach Meinung der Richter um eine Meinungsäußerung Weinreichs handele.
Spätestens hier hätte der DFB-Boss die Sache auf sich beruhen lassen sollen. Denn die Pressemitteilung, die der DFB zur Sache verschickte, spülte die Geschichte erst recht nach oben. Weinreich zerpflückte die Pressemitteilung genüsslich und wies 18 Unstimmigkeiten nach. Ganz davon abgesehen, dass der DFB die zwei Niederlagen vor Gericht verschweigt und stattdessen den Eindruck erweckt, Weinreich hätte klein beigegeben und sich entschuldigt, was aber nie der Fall gewesen war.
Jetzt wird Zwanziger in den Medien nicht nur mit dem Begriff „Demagoge“ in Verbindung gebracht sondern in manchem Fußball-Forum gar als „eierlose Mimose“ (BVB-Forum) bezeichnet. Der Schweizer „Blick“, Joseph Blatters morgendliche Pflichtlektüre, widmete der Sache gestern mit einer Seite mehr Raum als dem Länderspiel Deutschland gegen England (1:2). Überschrift: „Der Nachtreter“.  (pb)

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