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23.05.2011   News
Echt wahr: Farmville
 
Da soll noch einer sagen, Social Media hätten nichts mit der Realität zu tun. In Großbritannien beweist ein Projekt das Gegenteil und verlegt das Facebook-Online-Spiel Farmville auf einen echten Bauernhof: Wimpole Estate in Cambridge-shire. Ein Jahr lang soll dort jeder, der 30 Pfund (34 Euro) zahlt, darüber mitbestimmen dürfen, was als nächstes auf der Farm passiert, welche Pflanzen angebaut, welche Tiere gezüchtet und welche Investitionen für den Umweltschutz getätigt werden sollen. Mit dem Traktor übers Feld rattern müssen die Teilnehmer allerdings nicht. Das erledigt Farm- Manager Richard Morris mit seinem Team. Die Hobby-Bauern melden sich lediglich auf der Projekt-Website an, verfolgen etwa über Webcams und Blogbeiträge, was sich auf „ihrer“ Farm tut, und entscheiden in monatlichen Online-Abstimmungen über die nächsten Schritte.
Der Initiator National Trust – größter Grundbesitzer Großbritanniens – beweist Mut mit dieser Aktion. Denn das Cyber-Vorbild Farmville hat seinen Zenit längst überschritten, die Nutzerzahlen sinken stetig. Drei Monate geben sich Morris und seine Helfer, um 10.000 Internet-Farmer für das Projekt zu gewinnen. Sollten sie scheitern, liegt das nicht an mangelnder Berichterstattung. „Farmer Scott“, der eigens angeheuerte Community-Manager, berichtet über Beiträge in britischen, amerikanischen, chinesischen und deutschen Medien – allein in den ersten 48 Stunden des Projekts. Sollte MyFarm allerdings gelingen, wäre es ein Paradebeispiel für die Demokratisierung unternehmerischer Entscheidungen. Doch mit der Schwarmintelligenz ist das so eine Sache. Wie Forscher unlängst herausgefunden haben, liefert das Wissen der Masse zwar stimmige Ergebnisse, aber nicht immer die besten. Aber wie sagt ein Sprichwort: „Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln.“ (bb)

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