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News / Die Bahn kommt – mit Sicherheit in die Presse
14.11.2008   News
Die Bahn kommt – mit Sicherheit in die Presse
 

Manchmal tut einem der hemdsärmelige Boss der Deutschen Bahn leid. Er kann sagen, was er will, es ist immer falsch.

Vielleicht mag es daran liegen, dass dem Macher-Typen die feine Diplomatie nicht liegt – es kann aber auch daran liegen, dass die Pressevertreter, die ihn interviewen, gern provozieren. Interviews beginnen oft mit Fragen wie dieser: „Wie groß war die letzte Verspätung, die sie mit der Bahn hatten, Herr Mehdorn?“

Natürlich kann man darüber streiten, wie es ein Unternehmen schafft, sich in eine kommunikativ fast ausweglose Situation zu bringen. Ja, das mit dem Service-Zuschlag, der beim Kauf einer Fahrkarte am Schalter zu berappen sein sollte, war PR-technisch ein Desaster: ja, die Vorstands-Boni zum Börsengang kommen in der Öffentlichkeit nicht gut an; und dass minderjährige Mädchen, die ihren Fahrschein vergessen haben, aus dem Zug geworfen werden, ja, das ist dann ein gefundenes Fressen für die Presse. Die biss ihre Zähne in das Thema, und siehe da: Andauernd werden Schwarzfahrer aus den Waggons der DB befördert – auch wenn sie noch keine 18 Jahre alt sind.

War die Aufregung berechtigterweise groß, als bekannt wurde, dass es Sicherheitsprobleme bei den Achsen von ICE-Zügen gibt, hatte es die Bahn schwer, deutlich zu machen, wer das Problem verursacht hatte. Statt des Hersteller-Konsortiums stand mal wieder die Bahn im Mittelpunkt der Berichterstattung. Bei diesem ganzen medialen Tohuwabohu ist es dann nicht mehr verwunderlich, dass der Türmechanismus einiger Baureihen von Triebwagen zu einem Sicherheitsrisiko stilisiert wurde, das eine ernste Gefahr für die Reisenden darstellt. Die Bahn stand mal wieder am Pranger, obwohl sie laut Pressemitteilung die Auflagen des Eisenbahn-Bundesamts schon seit 2007 erfüllt. Aber eine Schlagzeile war’s allemal: „Gefährliche Türen in 746 Zügen.“ (pb)

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