Please wait...
News / Das „Produkt“ Arbeitsplatz
23.05.2011   News
Das „Produkt“ Arbeitsplatz
 
Wer das Thema Fachkräftemangel mit spannenden Geschichten und konkreten Fakten unterfüttert, hat gute Chancen auf mediale Präsenz – besagt der Trendreport HR-PR. Von Birte Bühnen

Microsoft, ING-DiBa und die Techniker Krankenkasse gehören zu den besten Arbeitgebern Deutschlands. Das hat ein Ranking des Great Place to Work Institute im Februar ergeben. Welchen Anteil die Personalkommunikation an diesem Imageerfolg hat, ermittelte das Institut allerdings nicht. Für Manfred Böcker ist das symptomatisch. Der Kölner Berater ist auf HR-PR spezialisiert, eine Disziplin, die sich mit der Kommunikation von Personalthemen befasst. In einer von PR Report und der Fachzeitschrift „Personalwirtschaft“ unterstützten, nicht-repräsentativen Studie hat er das Verhältnis von Journalisten, Unternehmenskommunikatoren und Personalern untersucht, die sich schwerpunktmäßig mit Inhalten der Arbeitswelt beschäftigen.
Als besonders bedenklich bezeichnet Böcker die Erkenntnis, dass deutsche Personal- und Kommunikationsverantwortliche die Verbindung von Arbeitgeber-, Unternehmens- und Produktimage immer noch unterschätzten. Angesichts des akuten Fachkräftemangels und des bevorstehenden „War for Talent“ sollten sich Kommunikations- und Personalmanager in den Unternehmen stärker gemeinsam für das „Produkt“ Arbeitsplatz einsetzen, rät Böcker. Stilistisch beherrsche die HR-Abteilungen immer noch der Duktus der Personalwerbung. Die Mehrzahl der befragten Journalisten wünscht sich aber mehr konkrete Fakten und beispielhafte Geschichten zur Personalsituation in Unternehmen. Auf den üblichen PR- und Marketing-Jargon aus Werbung, Claims und Kampagnen könnten sie verzichten.
 
Plädoyer für eine integrierte HR-PR-Strategie
Da die Hauptzielgruppe für HR-Pressearbeit immer noch Journalisten seien, so Böcker, sollten deren Wünsche erfüllt werden: „Auf eine integrierte HR-Kommunikationsstrategie darf nicht mehr verzichtet werden.“ Angefangen bei einem regelmäßigen Austausch zwischen Personalern und PR-Fachleuten zu Geschichten rund um den Arbeitsplatz bis hin zu einer individuellen Ansprache der Journalisten. Böcker geht davon aus, dass angesichts der Machtverhältnisse in Unternehmen eine solche Strategie unter Führung der Unternehmenskommunikation entwickelt werden wird. Dennoch können sich 50 Prozent der Personalmanager mit Kommunikationsverantwortung vorstellen, dass langfristig eine von der Unternehmenskommunikation losgelöste HR-Spartenkommunikation entstehen könnte.
Obwohl sich Unternehmenskommunikatoren und Journalisten über die Zielrichtung und bevorzugten Inhalte von HR-Kommunikation einig sind – beide bevorzugen Stoffe wie Personalauswahl und -entwicklung, die für Bewerber, Angestellte und Führungskräfte relevant sind –, gehen die Meinungen zur Qualität der geleisteten Pressearbeit auseinander. Während die Hälfte der Journalisten angibt, dass das Niveau der PR-Arbeit zu Inhalten der Jobwelt unter dem zu Produkten und Investor Relations bleibe, sind zwei Drittel der befragten Kommunikationsverantwortlichen der Meinung, dass die Qualität gleich sei. Zudem sind 79 Prozent der PR-ler davon überzeugt, dass sich ihre Pressearbeit zu Arbeitsweltthemen seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 verbessert habe.
 

Newsletter

Sie wollen immer auf dem Laufenden sein?

Magazin & Werkstatt