Please wait...
News / Rezession 4.0: Ketchum-Chef ist gelassen
02.10.2008   News
Rezession 4.0: Ketchum-Chef ist gelassen
 
Gewiss, die Krise der Finanzmärkte tangiere das PR-Geschäft weltweit, ließ Rob Flaherty am Rande seines Besuchs im Münchner Büro der Agentur Ketchum Anfang dieser Woche durchblicken – aber einen wirklichen Grund zur Sorge macht der Präsident der Gruppe nicht aus.
Lieber blickt Flaherty, seit diesem Jahr an der Spitze von Ketchum, auf drei ermutigende Trends, die viele Chancen für PR mit sich brächten.Die Diagnose überrascht nicht: erstens die "digitale Revolution" mit Social Media, Web 2.0 und Konsorten, zweitens eine wachsende Bedeutung spezifischer Stakeholder im Umfeld von Unternehmen und drittens kulturelle Herausforderungen, die dem Umstand entspringen, dass Konzerne und Marken zunehmend international und global agieren – überall herrsche Beratungsbedarf. So oder so ähnlich definieren die Chefs der Agenturkonzerne schon seit Jahren die Zukunft ihrer Geschäfte. Was den Befund nicht falsch macht, und Optimismus hat noch nie geschadet.

Auf konkrete Wachstums- oder Schrumpfungsprognosen für Ketchum will sich Flaherty, dessen Unternehmen der US-Börsenaufsicht unterliegt, nicht einlassen. Vielmehr erklärt der Agenturchef US-amerikanisch lapidar: "Ich habe schon vier Rezessionen mitgemacht. Wirtschaft verläuft in Zyklen, so ist das nun einmal."
Stellenabbau scheint für Ketchum kein Thema zu sein, jedenfalls nicht in Deutschland. Die hiesige Filiale befindet sich gerade in einer Phase der Transformation und eines mit aller Kraft gewollten Ausbaus: Mit einem Büro für Public Affairs in Berlin bemüht sich Ketchum hierzulande, von seinem ungewollten Image als "Food-Agentur" wegzukommen. Offenbar mit Erfolg: Die Hälfte der Umsätze resultiere inzwischen aus dem Corporate-Geschäft, frohlockt Deutschland-Managerin Petra Sammer. Zahlen darf sie nicht nennen. Der US-Börse wegen – schon klar... (sv)

Magazin & Werkstatt