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19.09.2008   News
Kein Vorbei an Baader und Meinhof
 

Gestern ist es zu einem PoR-Impuls gekommen. Diese Energie für den Point of Return wurde beim Aufschlagen der Seiten 32/33 der „Berliner Zeitung“ freigesetzt.

Auf Seite 32 (Lokalteil) wurde die „Vorpremiere“ des Films „Der Baader Meinhof Komplex“ in Berlin abgefeiert, auf der 33 (Feuillton) gab es die Filmkritik dazu. Unabhängig vom Negativ-Urteil: Das war mindestens ein Mal Gedeck, Bleibtreu und Co. zu viel – es kam zu einem Umkehrimpuls, der Gehirn und Körper zwingt, sämtliche Kinokassen für einige Zeit zu meiden.

Erste Warnzeichen für das Erreichen des PoR hätten schon beim morgendlichen Gang aufs Klo erkannt werden müssen. Dort schaute Martina Gedeck (Ulrike Meinhof) vom Cover der „Park Avenue“ beim Geschäft zu. Was sonst gar nichts bewirkt hätte, rief diesmal eine Assoziationskette hervor, vor allem eine Verknüpfung mit der jüngsten Ausgabe der Hamburger Obdachlosen-Zeitung „Hinz&Kunzt“. Darin wurde unter der Überschrift „Nicht mit uns!“ auf ein Interview mit der Schauspielerin verzichtet. Die wollte nämlich nur dann Auskunft geben, wenn „Hinz&Kunzt“ einen inakzeptablen Vertrag inklusive Androhung von Geldstrafen unterzeichnet. Und hatte die PR-Kampagne für den RAF-Film nicht schon in einem ähnlichen Zusammenhang für Aufregung gesorgt? Richtig, Mitte August war’s, als Teilnehmer einer „Vorvorpremiere“ eine Erklärung inklusive Androhung einer Konventionalstrafe unterschreiben sollten, das Werk nicht vor der „Vorpremiere“ zu kritisieren.
Doch halt: Alles auf Anfang. Der PoR-Impuls ist nur aus dem Trotzreflex eines Kleinkinds geboren. Ein Film mit einem politischen Hintergrund benötigt geballte Promotion und PR, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Und wen der Hype abschreckt: Die überarbeitete Ausgabe des gleichnamigen Buchs von Stefan Aust ist schon auf dem Markt. (fo)

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