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12.09.2008   News
Marktlücke Gerüchte-Bekämpfung
 

Also, Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus wird nicht Vater. Er erwartet kein Kind von seiner Ehefrau und schon gar nicht von seiner Sekretärin. Sagt er jedenfalls und lässt dies offensiv über ein bekanntes Massenblatt verbreiten.

Gerüchte seien im Umlauf, dass seine Sekretärin von ihm schwanger sei. Aber er sei „zuversichtlich, dass sich diese Gerüchte (...) wie Nebel auflösen“. Ob seine „Zuversicht“ genügt?
Falls nicht, kann sich Althaus ins Wartezimmer von Klaus Merten setzen. Nach einer sorgfältigen Anamnese entscheidet der Professor, ob er den Politiker behandeln würde. Denn Merten ist neuerdings Chef der „ersten deutschen Gerüchteklinik“. Und falls es so läuft wie bei seinem Workshop „Handling von Gerüchten in der Unternehmenskommunikation“, kann er früher oder später auf regen Zulauf Klatsch- und Tratschgeschädigter hoffen. An dem Acht-Stunden-Workshop hatten zwar nur sechs Wissbegierige – trotz des umstrittenen wie unterhaltsamen Spin Doctor Klaus Kocks als Dozenten – teilgenommen, die jeweils 650 Euro berappen durften. Aber der Artikel über die „Gerüchteklinik“ auf Spiegel Online war leider auch erst am selben Tag erschienen. Jetzt – aufgrund zahlreicher Nachfragen – will der von Merten gegründete Weiterbildungsanbieter com+plus in Münster das Seminar bereits im kommenden Monat zum zweiten Mal anbieten.
In der „Gerüchteklinik“ von Merten und seinem Team sind derzeit noch alle Betten frei, der Preis für die Behandlung hängt von der Krankheit und dem Schwierigkeitsgrad der anzuwendenden Therapien ab. Der Fall Althaus dürfte dem Klinikchef, der sich angeblich seit 30 Jahren mit Gerüchten wissenschaftlich beschäftigt, fast zu simpel sein. „Dr. House“ jedenfalls würde einen Vaterschaftstest keinesfalls persönlich vornehmen, er würde sich vermutlich bestenfalls zu einer Überweisung herablassen. (fo)

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