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29.08.2008   News
Weil es in der Schweiz ungemütlich ist
 

Im vergangenen Jahr machte die Schweizer Boulevard-Zeitung „Blick“ mit einer Kampagne auch in Deutschland auf sich aufmerksam. „Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?“, lautete der Slogan zu der Serie im Blatt. Von der „Neuen Deutschen Welle“ war die Rede, gar einer „Inva­sion“ von Zuwanderern aus dem nördlichen Nachbarland. Liest man Berichte über deutsche Auswanderer in der Schweiz, scheint in den West-Alpen eine Deutschen-Feindlichkeit zu grassieren. Die Teutonen seien arrogant, spießig und nähmen den Schweizern Jobs weg, so die Vorurteile. Manch einer der Zugezogenen packt angesäuert wieder seine Koffer.

Eine Gegenkampagne hat jetzt der Möbelhersteller Seipp gestartet, dessen Hauptsitz in Waldshut-Tiengen direkt an der Grenze zur Schweiz liegt. Auf ganzseitigen Anzeigen prangen in großen Lettern Slogans wie „Die Deutschen bringen Arbeitsplätze“, „Die Deutschen machen die Schweiz gemütlicher“ und „Die Deutschen bringen Ruhe ins Land“. Das Unternehmen will die Doppelmoral der Schweizer offen legen, die sich zwar über die Deutschen mokieren, aber gern Volkswagen und Mercedes fahren – oder eben Möbel von Seipp in ihren Wohnungen stehen haben. Immerhin macht Seipp 60 Prozent seines Umsatzes mit den Eidgenossen. „Wir wollen das Vorurteil brechen, wir seien humorlos“, erläutert Martin Seipp vom Design-Einrichtungshaus sein Engagement, das auch den politischen Initiativen  zum deutschen Standortmarketing gut zu Gesicht stünde. 
Aber auch die Inneneinrichter gehen trotz ihres provokativen Ansatzes lieber mit Bedacht vor. Um nicht von den Eidgenossen missverstanden zu werden, ging man auf Nummer sicher und hat eine Eingeborenen-Agentur aus Zürich engagiert: HNK hatte die nicht gerade einfache Aufgabe, den richtigen Ton zu treffen.  (pb)
 

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