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Bundespressekonferenz: Beständiger „Resonanzboden“ des politischen Berlin
17.03.2011   News
Face to Face statt Facebook
 
Allen Veränderungen der professionellen Kommunikation durch Soziale Medien zum Trotz behauptet sich die Bundes- pressekonferenz als ein exklusiver Ort, an dem ausgewählte Journalisten zu aktuellen Themen Fragen stellen können. Von Hans-Dieter Sohn
Ziemlich penetrant wollte der niederländische Journalist Rob Savelberg auf der Bundespressekonferenz (BPK) zur Vorstellung des Schwarz-Gelben Koalitionsvertrages im Oktober 2008 wissen, warum die Bundeskanzlerin mit Wolfgang Schäuble ausgerechnet einen Mann zum Finanzminister berief, der knapp zehn Jahre zuvor in die CDU-Parteispendenaffäre verstrickt war – und wurde auf diese Weise mit rund 900.000 Aufrufen zum Youtube-Star.
Dabei wurde deutlich, wie unmittelbar sich die Regierenden an diesem Ort den Fragen der knapp über 900 akkreditierten BPK-Mitglieder aussetzen, deren Zahl seit Jahren stabil bleibt und die jüngst auch wieder häufiger vor Ort sind, wie aus der BPK-Geschäftsstelle zu erfahren ist. „Sie können als Korrespondent auf der Regierungspressekonferenz drei Mal pro Woche jede Frage zu jedem Thema an jedes Ministerium stellen. Das ist ein Maß an demokratischer Durchlässigkeit, das sehr viel wert ist“, sagt Tissy Bruns vom Berliner „Tagesspiegel“, langjährige Parlamentskorrespondentin und von 1999 bis 2003 Vorsitzende der Bundespressekonferenz. „Für politische Korrespondenten ist dieses direkte Kommunikationsmittel unersetzlich“, fügt sie hinzu.
Die Regierungspressekonferenzen werden nicht im TV übertragen, im Unterschied zu vielen anderen Pressekonferenzen von Parteien oder Verbänden, die dort ebenfalls abgehalten werden können – sofern der BPK-Vorstand das Thema relevant findet. Dieser doppelte Themen- und Teilnehmerfilter verleihe einer Pressekonferenz auf diesem „Resonanzboden“ des politischen Berlin einen „Ritterschlag“, findet auch PR-Berater Axel Wallrabenstein, Chairman der MSLGroup Germany.
Foto: FDP Bundestagsfraktion
 

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