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... künftig ohne Fax
17.03.2011   News
Schluss mit Faxen
 
News aktuell hat nach 22 Jahren seinen Fax-Service eingestellt. Damit ist der Nachrichtendienst endgültig im digitalen Zeitalter angekommen – und verabschiedet sich von seinem einstigen Kerngeschäft.
Carl-Eduard Meyer hatte news aktuell 1989 als Dienstleister für die „Verbreitung Ihrer Pressemitteilung via Fax“ in Hamburg gegründet. Nach einiger Zeit brachte ihm das die Spitznamen Streumeyer und Mr. Sand-Man ein. „Die Pressetexte erhielten wir per Fax. Wir haben jeden Text abgetippt, zusammen mit dem Firmen-Logo auf eine selbst erstellte Vorlage gesetzt, erneut kopiert und danach händisch an einen großen Verteiler gefaxt“, beschreibt Geschäftsführer Meyer die Anfänge. Fünf Jahre später übernahm die Deutsche Presse-Agentur dpa die Firma zu 100 Prozent. Es folgte die Eröffnung weiterer Büros in Berlin, Frankfurt, München und Düsseldorf. 1996 kreierte news aktuell erste Angebote für das Internet.
Mittlerweile ist aus dem einstigen Fax-Service ein multimedialer Dienstleister und die „Cash Cow“ der dpa geworden. Die Kunden können Unternehmensblogs einrichten lassen, iPhone- und Facebook-Apps nutzen, Multimedia News Releases verbreiten lassen und von unterwegs auf eine mobile Version des Presseportals zugreifen. Ganz neu ist das so genannte na media sonar, ein Webmonitoring-Tool, mit dem news aktuell nun auch in die Analyse von Social Media und Online-Nachrichten einsteigen will.
Schon früh hatte Carl-Eduard Meyer erkannt, dass sich sein Unternehmen neuen Distributionskanälen und Geschäftsideen öffnen muss. Zum zehnjährigen Firmenjubiläum zertrümmerte Meyer deshalb als symbolische Geste sein erstes, noch funktionstüchtiges Faxgerät mit einem Vorschlaghammer.
Dass ausgerechnet nach 81.300 Aufträgen, mehr als elf Millionen angewählten Empfängern und 17,7 Millionen verschickten Seiten am 21. Januar mit dem Fax-Service Schluss war, bezeichnet Meyer nicht als notwendigen Schritt. Vielmehr führt er diese Entscheidung auf den Umstand zurück, dass Hamburg in diesem Jahr Umwelthauptstadt Europas ist. Rund 700 Unternehmen unterstützen diese Aktion. „Das hat auch uns darüber nachdenken lassen, was wir im Rahmen unserer Dienstleistungen dazu beitragen können“, sagt Meyer und fügt hinzu:. „Künftig wird kein Baum unseren Dienstleistungen mehr zum Opfer fallen müssen.“

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