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News / Voice from budapest: Von wegen misstrauen – die liebe der ungarn zur eu wächst
Tibor Szentgyörgyi ist General Manager von Vision Communications in Budapest (www.visioncomm.eu), Partneragentur im internationalen PR-Netzwerk GlobalCom PR Network
17.03.2011   News
Voice from budapest: Von wegen misstrauen – die liebe der ungarn zur eu wächst
 
Ungarn hat im Januar die EU-Ratspräsidentschaft von Belgien übernommen – ein Tatbestand, der das Verhältnis der Ungarn gegenüber der EU deutlich aufwertet. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Szonda-Ipsos aus dem zweiten Halbjahr 2010, deren Ergebnisse in den ungarischen Medien veröffentlicht wurden, stieg der Prozentsatz derjenigen, die die EU-Mitgliedschaft Ungarns als vorteilhaft ansehen, von 38 auf 46 Prozent. Gleichzeitig sank innerhalb eines halben Jahres der Anteil derjenigen, die die Mitgliedschaft als nachteilig betrachten, von 50 auf 42 Prozent. Damit zeigt sich nach längerer Zeit der EU-Skepsis eine positive Trendwende.

„Die EU-Ratspräsidentschaft steht derzeit im Fokus der ungarischen Presse.“

Viele Experten hatten prognostiziert, dass die Bevölkerung eher skeptisch zur Union stehen würde, unter anderem infolge der harschen internationalen Kritik gegenüber der ungarischen Regierung wegen der Verabschiedung des neuen Mediengesetzes, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Ganz offensichtlich ist es dazu nicht gekommen.
Die EU-Ratspräsidentschaft steht derzeit auch im Fokus der ungarischen Presse. Eine der führenden Tageszeitungen, „Népszabadság“, platzierte die Ergebnisse der genannten Umfrage auf der Titelseite; als Illustration diente ein vierspaltiges Foto von der Silvesterfeier in Budapest, die anlässlich der Ratspräsidentschaft organisiert worden war. Die Wochenzeitung „Heti Válasz“ betitelte ihre erste Januar- Ausgabe mit „Die Welt achtet auf uns“. Sowohl die Ungarn als auch die ungarischen Medien sind stolz auf die Ratspräsidentschaft, zumal Ungarn diese Funktion erstmals übernimmt.
Während der kommenden sechs Monate wird sich der ungarische Ratsvorsitz auf vier Themenbereiche konzentrieren: Wachstum und Be-schäftigung – zur Bewahrung des europäischen Sozialmodells, die Stärkung Europas, Bürgernähe der Gemeinschaft sowie Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik.
Gern zitiert die ungarische Tagespresse die Worte des belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme. Er sagte in der feierlichen Zeremonie in Budapest, Belgien übergebe den Staffelstab mit Hoffnung an Ungarn, denn das ungarische Volk habe in der Vergangenheit mehrfach seine Hingabe an die Freiheit bewiesen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ließ in seiner Rede während der Zeremonie unter anderem anklingen, dass Ungarn sich in einer Ära der Erneuerung befinde: „Unser Staatshaushalt ist einer der geordnetsten in Europa, wir reduzieren die Staatsschulden und werden unser Land innerhalb eines Jahres in vielen Bereichen reformieren. Auf die Entschlossenheit und Energie der Ungarn, dies umzusetzen, kann die EU zählen.“
EU-Skeptizismus der Ungarn? Der findet ganz offensichtlich vorwiegend außerhalb des Landes statt.

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